Leben mit und für die Pferde

Gastbeitrag: Wie ich fast zum Cowboy wurde.

Wie schon angekündigt, beehrt uns heute Gerhard im Rahmen des Blogjulklappmit einem Gastbeitrag.
Viel Spass....


Ich habe mit Pferden nichts am Hut. Ich bin in einer Großstadt groß geworden und habe keine Verwandte auf dem Land. Meine Eltern sind keine Reiter und auch unter meinen engeren Freunden sind keine Reiter. Okay, das eine Mädchen mit dem ich was hatte, ritt gerne (im harmlosesten Sinne des Wortes). Ausser eventuelle Reitversuche auf Ponys (an die ich mich jedoch nicht erinnern kann), habe ich also keine Erfahrung. Oder "hatte". Vor 2 Jahren trug es sich nämlich zu, dass ich im schönen Brandenburg die Gelegenheit hatte zu reiten. Und das im Western Style, hiess es. Ich kam meinen beiden Kindheitshelden Bud Spencer und Terence Hill also so nah, wie nie zuvor, dachte ich. Mit zerschlissenen Cowboy-Hut, lässig auf einem zerschlissenem
Sattel auf einem zerschl...äh...kräftigem Pferd. Hoch zu Rosse, mit einem Stohhalm (aus echtem Stroh natürlich) im Mund und dem Sonnenuntergang entgegen. Natürlich kam es am Ende anders, aber als jemand, der Pferde eher mit der Zeitung "Wendy" und kleinen Mädchen oder eben mit Spaghettiwestern verbindet, war das die bessere Klischeevariante, die ich mir ausmalen wollte.

Das Pferd - ich kenne weder die Rasse oder sonstige Details, ausser, dass es braun und recht groß war - war sehr ruhig und gelassen. Natürlich sprangen meine damalige Freundin (sie ritt auch gern...muaha) und ich nicht sofort auf das Tier, sondern griffen erst einmal zur Bürste und einem Werkzeug zur Reinigung der Hufe. Wie man an der Seite und am Bein des Pferdes runterstreicht, dass es fast automatisch den Huf anwinkelt, haben wir auch halbwegs gelernt. Sozusagen ein kleiner Crashkurs. Ein sehr kleiner.

Irgendwann ging es dann aber los. Aufs Ross geschwungen und ab ging...nun ja...der gemütliche Ritt im Oval natürlich. Mehr hätte ich mir aber auch nicht wirklich zugetraut. Aber das Pferd war Neulinge gewöhnt und daher sehr geduldig. Die Anweisung: "Als hättet man Sex." half mir recht gut die richtige Reitposition zu finden. Dass man den Halfter nur da vom Hals des Pferdes weghalten musste, in welche Richtung es sollte, war auch recht schnell begriffen. Für den Rückwärtsgang war ein tiefes "Whuuuuu!" nötig, sofern ich mich recht entsinne. Und nach ein paar Runden gemütlichen Gehens wurde dann auch mal kurz getrabt. Nicht so elegant, wie im Film, schon gar nicht wie die Deutsche Springreiter-Elite oder wie die Nebelreiter, bei denen ich heute zu Gast sein darf, aber es war toll. Und ich sah sicher verdammt cool aus - auch ohne Hut.

Ich habe in der kurzen Zeit Pferde von einer neuen Seite kennen und mögen gelernt. Ich kann total nachvollziehen, dass man gerne viel Zeit mit diesen tollen Tieren verbringt und sich auch gerne die Zeit für deren Pflege nimmt (nicht wie beim Hamster von kleinen Kindern, um die sich am Ende eh immer die Mutti kümmern muss...ausserdem hab ich vor jedem Tier Respekt, welches größer ist als ich und mir mit einem Tritt den Garaus machen könnte). Irgendwann werde ich also definitiv wieder einmal reiten gehen. Aber bitte nicht im Nebel."


Danke, Gerhard.
Und wenn du mal in der Nähe bist, Gerhard, bist du herzlich eingeladen dich mal auf eins unserer Pferde zu setzen...
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9 Kommentare

Linear

  • rebhuhn  
    *nett, nett. ich glaube ja, daß jeder mal auf 'nem pferd gesessen haben sollte... das beruhigt und versieht einen gleichzeitig mit 'ner gehörigen menge respekt, wie ich meine ;-)!
  • Gerhard Köpke  
    *Blöd, dass noch mindestens ein Tippfehler drin ist. :-D

    Toll, dass ich durch den Blogjulklapp mal "gezwungen" war, über ein mir völlig artfremdes Thema zu schreiben. Fand ich inspirierend. Also keineswegs eine thematische Einschränkung im negativen Sinne. Danke, Nebelreiter, dass ich euer Gast sein durfte. :-)

    Und auf das Angebot würde ich nur zu gern zurück kommen.
    • Christian  
      *Tippfehler?
      Wenn ich sie finde, werde ich sie noch korrigieren ;-)

      Das mit dem artfremden Thema ging mir ähnlich. Wobei ich es ja mit dem Retroblog einfacher hatte.

      Mir war es eine Freude dich als Gastschreiber zu haben. Kerstin hat es auch gut gefallen.

      Und wenn es dich mal nach Köln verschlägt, und du etwas Zeit hast, meld dich vorher an, ich komme dich gerne vom Bahnhof abholen. ,-)

      Gruss
      Christian
  • Kerstin  
    *Allerdings hat es mir sehr gut gefallen ! Vielen Dank, Gerhard, für Deinen kurzweiligen Artikel. Ich denke, daß er auch unseren Lesern sehr gut gefallen hat.

    Und....Joey wartet schon auf Deinen Besuch. Er ist unser "Anfängerpony" :-)
  • Mumin  
    *Mir hat der Gastartikel auch sehr gut gefallen. Und ich freue mich schon auf Bilder vom Besuch, der hoffentlich bald stattfindet :-)
  • Gerhard Köpke  
    *Ich glaube, das mit dem Besuch wird erstmal Nichts, aber ich würde natürlich gern. Aber zur Zeit einfach nicht realistisch. Schade.

    Obwohl ich gern mal wieder Köln und Umgebung besuchen würde. Aber, vielleicht zieht es mich ja zum Master-Studium in die Ecke. Wer weiss. ;-)
  • Mary Malloy  
    *Ich bin zu blöd, Kommentare ins Kommentarfeld zu tippen und NICHT oben ins Eintrag-per-Mail-verschicken-Feld, zumal ich AN: freigelassen habe. Vielleicht kommt der Text ja iiiirgendwo an... Doofdoofdoof!

    Jedefalls beinhaltete mein Text die Worte Sex, Reitposition, Fotos und Esel. Macht euch nen Reim drauf. ;D
    • Christian  
      *Oh, ihr habt recht, das ist sehr ungünstig gelöst. ich werde mir das heute haben mal in Ruhe anschauen. Vielleicht kann ich da was dran ändern.

      Viele Grüße
      Christian
  • Yuki_Keylin  
    *@ Mary Malloy: Nicht nur du! -.- Trottel-Ich. Hab es aber noch vor dem Abschicken bemerkt...

    Dem Charme des Reitens erliegt man ganz leicht. Vor ein paar Jahren entschloss ich mich auch, endlich reiten zu lernen, weil die Tiere einfach so toll sind und es Spaß macht und überhaupt. Aber irgendwie hat das nicht so lange angehalten. Es gab keine direkte Busverbindung zum Stall, ich musste damals also immer von Mami gefahren werden. Dann war es noch dazu teuer und abends nach der Schule, wo ich mit Hausaufgaben zugeschmissen wurde und somit auch keine Zeit hatte. Meist wurde es mit dem Striegeln und Füttern der Pferde dann abends so spät, dass ich zu nichts mehr kam. Deswegen habe ich es wieder aufgegeben...

    Vielleicht fange ich irgendwann nochmal an, wenn ich mehr Zeit habe. ^^

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