Freizeitreiter erzählen

  • Februar, 2008
  • Frühlingsluft

    Am gestrigen Sonntag hatten wir (Christian und Kerstin) uns zu einem Ritt mit Anja verabredet.
    Um halb neun waren wir am Stall, fütterten die Pferde und legten die Ausrüstung zurecht.
    Wir ließen den Pferden eine halbe Stunde Zeit ihr Heu zu knabbern und fingen dann um neun Uhr mit Putzen an.
    Wir wollten die Satteltaschen mitnehmen, um die Befestigung auszuprobieren und die Pferde wieder darauf zu trainieren.
    Anja smste uns, daß uns noch eine gemeinsame Freundin (Jennifer) mit Ihrem Pferd begleiten würde. So machten wir uns um viertel vor zehn auf den Weg zur JF Stable. Es war herrlichster Sonnenschein und es war absolut windstill.
    Wir ritten an unseren Wiesen vorbei und begannen auf dem zweiten Weg locker zu traben. Der nächste Weg lud ebenfalls zu einer schnelleren Gangart ein, so daß wir im Trab starteten, doch Joey und Sassico uns deutlich machten, daß sie gern galoppieren wollten.

    Als wir in Richtung Nörvenich einbogen, begegneten wir zunächste einem Hund, der ganz allein am Feldrand stand. Sein Frauchen war mehrere hundert Meter weiter vorn und rief und rief vergebens nach dem Hund. Er lief dann schließlich mit uns bis zu seinem Frauchen. Sie meinte dann aber, daß er den Weg auch allein nach Hause kenne.

    Wir bogen dann auf den letzten Weg zur JF Stable ab.



    Dort trafen wir um halb elf auf Anja mit Nico und Jennifer und Janine mit Calimero.
    Da Calimero noch sozusagen "Geländeneuling" ist, waren die Beiden zu zweit, so daß einer immer noch neben Calimero hergehen konnte.



    Los ging es dann Richtung Nörvenicher Wald. Es war eine wirkliche Trainingsstrecke mit allerlei potentiellen pferdefressenden Monstern :-)
    Doch insgesamt meistereten die Vierbeiner diese Strecke sehr gut. Der Weg führte uns vorbei an einigen Gebäuben und dann zum Neffelbach. Dort zu Beginn ging es direkt über eine Holzbrücke, die über den Neffelbach führte und sich gleichzeitig unter einer Strassenunterführung befand. Alle vier Pferde marschierten brav darüber. Dann ging es in den Wald hinein und der Weg führte uns unmittelbar am Neffelbach entlang.







    Nach einer Weile mußten wir erneut unter einer Unterführung durch. Doch dort führte der Weg sehr nah an den Bach heran. Joey, der ziemlich wasserscheu ist, hatte zuviel Angst vor dem Bach und wollte nicht weitergehen. Also stieg ich ab und führte den aufgeregt schnaubenden Joey, der mit weitaufgerissenen Augen auf das Wasser stierte, durch den Engpaß. Danach nochmal über eine Brücke über den Neffelbach. Das war für Joey und mich ein echtes Erfolgserlebnis, denn ich bin aufgrund mehrerer Unfälle ein recht ängstlicher Führer.
    Der Weg ging an einem Hundeplatz entlang und dort waren einige große Baumstämme, von denen ich einen zum Aufsteigen benutzen konnte. Joey war sehr brav und ließ sich gut an den Baumstamm herandirigieren, obwohl er immer noch recht aufgeregt war.
    Weiter ging es dann wieder aus dem Wald heraus und in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Aber bei dem wunderschönen Wetter hatten wir alle noch keine Lust nach hause zu reiten. Also machten wir noch einen großen Schlenker durch`s Feld.



    Um viertel vor eins waren wir wieder an Nico`s und Calimero`s Stall angekommen. Dort verabschiedeten wir uns und machten uns zu zweit auf den Heimweg. Joey und Sassico wollten und durften den nächsten Weg gerne noch mal galoppieren und Joey zeigte mir, wie furchtlos er Plastik gegenüber ist:
    Auf dem Weg liegen mehrere blaue Müllsäcke, die mit Kabeln gefüllt sind, die zum Teil auch aus den Beuteln herausgucken. Joey hat einmal daran geschnuppert und ist dann mittendurch gestapft. Das Rascheln hat ihm überhaupt nix ausgemacht !

    Um halb zwei waren wir wieder am Stall und die Pferde durften den Rest des Tages die schöne Frühlingsluft auf der Weide genießen.
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  • Putzen ohne Anbinden! -2-

    Seitdem ich es das letzte Mal erwähnt hatte,Putzen ohne Anbinden!, habe ich regelmässig weiter geübt.
    Also eigentlich habe ich seit dem 14. Januar gar nicht mehr angebunden. Irgendwas in meinem Kopf hat Klick gemacht.
    Ich habe keine Angst mehr , das es nicht klappt. Klar, wenn es nicht klappt, dann ist das nicht toll, aber momentan fühle ich mich so, dass ich einen solchen Misserfolg mit Humor nehmen kann und einfach weiter mache.

    Früher dachte ich immer, "Super, das hat einmal geklappt, dann übst du jetzt nicht mehr, dann muss es nämlich beim nächsten Mal schiefgehen."

    Heute brauchten wir keine Runde mehr drehen, wenn Sassico komplett verkehrt stand. Warum? Er stand einfach nicht mehr komplett verkehrt. freu

    Mittlerweile kann ich ihn fast nur mit Handzeichen zum Holzklotz dirigieren, wo ich dann aufsteigen möchte.
    Auch das ist jetzt viel entspannter. Ob er jetzt beim Putzen stehen bleiben muss, oder beim Aufsteigen, ich verlange ja das Gleiche von ihm: Stehenbleiben.

    Diese Woche sprach ich noch mit unserer Trainerin darüber, dass ich jetzt noch üben will, dass ich ein paar Meter weit weg gehe und er trotzdem stehen bleibt. Ich wusste aber noch nicht genau, wie ich das üben soll. Lustigerweise, hat mir da heute das "echte Leben" geholfen. Kerstin hatte an ihrem Putzkasten eine Wasserflasche stehen, aus der ich einen Schluck nehmen wollte.
    Und ohne gross nachzudenken, bin ich dahin, und mein Pferd machte einen Schritt hinter mir her. Also habe ich ihn wieder zurückgestellt. Nach dem dritten Mal ist er dann stehen geblieben.
    Und erst nachher viel mir auf, dass ich erreicht habe, was ich wollte....

    Gerade fällt mir auf, warum das heute einfacher war, als bei normaler Bodenarbeit: Wenn ich Sassico bei der Bodenarbeit hinstelle und weggehe, geht er auch weg. Dann muss ich hinterher laufen, heute kam er mir hinterher..Da ist das ganze für mich natürlich ein bisschen einfacher.

    Die nächste Schwierigkeitsstufe heisst dann stehenbleiben, auch wenn ich den Chrittig nicht mehr sehe.
    Meine Trainerin meinte, dafür darf er dann auch ein Leckerchen bekommen. Das sehe ich auch so...
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  • Leise....

    ....rieselt....

    Nein nicht der Schnee ! Die Sonne scheint und es sind tagsüber mehr als 10° C !!!
    Also: Was rieselt ? ....das Fell !

    Joey hat heute die ersten Haare seines Winterpelzes verloren.

    Außerdem haben wir bei unserem Ritt heute die ersten Mücken des Jahres 2008 tanzen gesehen !
    Der Frühling scheint sich zu nähern !
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  • Erritten

    Ich weiss nicht genau, wo ich beginnen soll. Obwohl ich eigentlich einen guten Orientierungssinn habe, (das heißt wenn ich irgendwo losgehe, komme ich auch irgendwann an meinen Ausgangspunkt zurück, im schlimmsten Fall, in dem ich den ganzen Weg zurückgehe), habe ich keinen guten Sinn für meine Umgebung. Wenn man mich nach Straßennamen fragt, weiss ich oft nur eine ungefähre Richtung... Und genauso ist es bei unseren Ausritten. Ich würde immer wieder zurückfinden, aber welches Dorf jetzt genau vor uns liegt kann ich fast nie sagen. (ok, es wird besser... ich lerne langsam die Kirchtürme zuzuordnen)

    Worauf ich aber eigentlich hinaus will, ist das Folgende: ich lerne die Gegend hier durch unsere Ausritte ganz anders kennen. Zum einen, weil wir wirklich viel unterwegs sind und Strecken zurücklegen, die man zu Fuß gar nicht zurücklegen könnte.
    Und interessanterweise ist das Erleben der Gegend etwas ganz anderes zu Pferd als das auf dem Fahrrad oder zu Fuß mit Hund der Fall ist. Den Hund erwähne ich deswegen, weil ich früher stundenlang mit dem Hund meiner Eltern unterwegs war. Und das war nun auch ein Erleben der Natur mit einem Tier.

    Ich frage mich seit geraumer Zeit, wo der Unterschied liegt. An der Perspektive? Passt das Pferd "besser" oder "schlechter" in die Gegend? Ich weiß es nicht. Es ist eine Erfahrung, die ich gemacht habe, aber nicht fassen kann.

    Ein Aspekt ist mir hier auch noch wichtig: Wenn ich jetzt mit dem Auto unterwegs bin, nehme ich die Gegend nochmal ganz anders war. Ich bin vertrauter mit der Gegend, ich kenne zu viel mehr Wegpunkten kleine Geschichten, die uns unterwegs passiert sind. Und das ist das, was ich mit dem Titel meinte: Wir haben uns -zumindest für mich - die Gegend erritten. Ich mag das Buch "Der kleine Prinz" nicht, aber da wird es passend beschrieben: Ich habe mir die Gegend vertraut gemacht. Juristisch und finanziell wird die Aussage nie stimmen, aber irgendwie denke ich doch immer wieder "Meins" oder "Meine Gegend" . Während des Schreibens noch überlege ich, ob der Ausdruck "Meine Heimat" zu meinen Gedanken passt. Ich muss feststellen, ich weiß es nicht. Es liegt wahrscheinlich daran, dass mir der Begriff Heimat zu emotionsbehaftet ist.
    Diese Vetrautheit fasziniert mich.
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  • Jahreszeiten: Der Winter geht

    Damit ich das über die Jahre hinweg vergleichen kann: (der verehrte Leser merkt, ich plane hier dauerhaft..)

    für mich zur Notiz:
    Sassico verliert seit 3 Tagen die ersten Haare des Winterfells
    Und vor einer Woche haben wir beschlossen, dass dieses Jahr das Wasserfass nicht mehr zufrieren wird und deswegen haben wir es wieder aufgemacht. (Im Winter tränken wir aus einem Bottich.)
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  • Entzugserscheinungen...

    ...habe ich schon die ganze Woche. Ich lag seit letzter Woche Donnerstag krank im Bett und da war nix mit Reiten. Heute konnte ich mich dann endlich wieder in den Sattel schwingen !

    Nachdem wir heute Morgen noch den ersten Schnee des Jahres 2008 hatten,



    schien nachmittags wunderschön die Sonne und wir konnten einen kurzen Ritt machen. Ich packte mich warm ein, damit ich nicht gleich wieder krank wurde und um 15 Uhr starteten wir unsere 7,41 km Runde.

    Es war wieder ziemlich windig und die Ponys liefen eilig vorwärts. Aus Frauwüllesheim schepperte uns Karnevalsmusik hinterher.

    Mir ging es super. Endlich wieder frische Luft, die einem um die Nase weht und noch dazu gemütlich von Joey getragen zu werden.



    Auf dem Weg auf die Pappeln zu legten wir den zweiten Gang ein und ich merkte Joey sofort an, daß er Lust zu laufen hatte. Gegen Ende des Weges parierten wir zum Schritt durch. Auf dem nächsten Weg -einer der letzten echten Graswege bei uns- durften die Ponys sich dann im Galopp die Beine richtig vertreten.

    Von dort ging es dann weiter Richtung Nörvenich. Vom Ort her kam uns eine Frau mit zwei kleinen Hunden entgegen. Joey schaute sofort neugierig zu ihnen rüber. Doch leider drehte die Spaziergängerin als sie uns sah um. Ja zwei Reiter so mitten im Feld sind schon SEHR furchteinflößend
    ;-)

    Nach einem ganzen Stück geradeaus bogen wir dann in Richtung Irresheim ab.



    Der Wind blies immer noch recht hefti wie Ihr hier an Sassico`s Mähne sehen könnt



    Kurz hinter Irresheim gab es dann nochmal eine Trab- und eine Galoppstrecke. Es ist ja immer wieder schön zu merken, wie die Ponys richtig Spaß am Laufen haben. Da muß man nicht treiben... die laufen wie ein Uhrwerk.

    Auf dem Heimweg ritten wir dann zur Übung für Sassico, der letzte Woche etwas Angst vor knackenden Ästen hatte, noch durch`s Wäldchen. Diesmal hatte Sassico aber keine Angst und ging ganz mutig vor ebenso auch an der (letzte Woche noch) furchtbaren Plane auf dem direkten Heimweg.

    Zum Schluß noch ein Bild vom "Aufstieg" aus dem Graben von Christian und Sassico



    Nach 80 Minuten waren wir wieder am Stall und die Ponys bekamen ihr wohlverdientes Abendessen.
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  • Januar, 2008
  • There was a lonesome Cowboy

    Da Kerstin krank im Bett liegt, war ich dieses Wochenende mit Sassico zweimal alleine unterwegs.

    Gestern kam ich von der FH, und habe dann von 3 bis 4 eine kleine Runde gedreht.
    Putzen und Satteln ohne Anbinden klappte mal wieder ziemlich gut, und auch das Aufsteigen außerhalb des Paddocks war kein Problem. Nachdem ich mich dann auf dem Pferderücken sortiert und auch nochmal nachgegurtet hatte, konnte es losgehen. Allerdings wollte Sassico sofort wieder auf die Wiese.
    Aber diese Diskussion war schnell beendet.

    Unterwegs haben wir dann noch eine Reiterin auf einem Pony gesehen, die einen kleinen Shetty als Handpferd mitführte...Viel mehr als einen freundlichen Gruß haben wir nicht gewechselt.

    Auf dem Rückweg sind wir an der unteren Wiese entlanggekommen. Das hat dann Joey ein wenig aufgeregt, so dass er über die Wiese galoppierte und die benachbarten Schafe einfach mal mitmachten.

    Heute war es ziemlich windig und wesentlich kälter als gestern. Ich hatte kurz darüber nachgedacht, mir den Ausritt zu sparen, aber mir fiel kein passender Grund ein :-D

    Auf dem Weg vom Hof weg hing zuerst eine Plane in den Sträuchern, die komisch wehte und sich bewegte. Sassico ist alleine noch lange nicht so cool wie in Gesellschaft anderer Pferde. Nach einigen Kreisen und Wendungen um uns selbst... waren wir irgendwann an der Plane vorbei.
    Da Sassico aber erst wirklich überzeugt ist, das etwas nicht gefährlich ist, wenn er daran schnuppern kann, habe ich ihn dann von der anderen Seite nochmal schauen lassen. Und schon waren wir wieder vorbei -- Richtung Heimat.
    Aber wir haben wieder gewendet und sind beim zweiten Mal wesentlich problemloser vorbeigekommen.

    Dann sind wir am Wäldchen entlang geritten. Gerade als ich antrabte, knackte irgendwo ein Ast. Die Gelegenheit nutzte das Pferd und sprang durch/über (irgendwas habe ich da nicht ganz mitbekommen) den Graben am Wegrand und raste aufs Feld. Der Sattel hielt trotz Lammfellpad und etwas lockerer Gurtung. Allerdings war ich beide Steigbügel los und hätte beinahe einen Abflug gemacht.
    Ich konnte dann anhalten, die Bügel wieder aufnehmen und bin dann am Feldrand bis zum Ende des Grabens geritten, so einfach kommt man da nämlich nicht durch. ...
    Die andere Seite des Waldes war dann natürlich auch gefährlich, aber wir sind durchgekommen.
    Den nächsten Grasweg bin ich dann hochgetrabt und runtergaloppiert. Danach war Sassico richtig entspannt...

    Anschliessend haben wir noch einen grossen Bogen gemacht und auf dem Rückweg alle Gefahren des Hinweges nochmal passiert. Diesmal haben wir sie problemlos gemeistert.
    Zuhause durften die beiden dann noch ein paar Stunden auf die Wiese.
    Und jetzt fahre ich los und sammel sie wieder ein. Dann gibt es nochmal Futter und Heu...

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