Freizeitreiter erzählen

  • Februar, 2018
  • was lange währt, wird endlich gut

    Im September war Steffi bei uns zu Lias erstem Fotoshooting unterm Sattel (Teaser ). Es hat zwar etwas gedauert, doch dafür sind die Bilder umso schöner geworden.
    Hier gibt es nun also endlich mal wieder was für´s Auge.
    Wenn ich mir die Bilder so ansehe, dann bekomme ich gleich nochmehr Sehnsucht nach Wärme, Trockenheit und Sonnenschein.
    Von mir aus kann der Frühling gern bald kommen.

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  • Ein Test und ein bißchen Entspannung

    In der vergangenen Woche ging es mit Lia insgesamt ein bißchen besser.
    Und das, obwohl es aufgrund des Wetters wieder ein paar Tage gab, an denen gar nix ging.
    Samstag und Sonntag waren wir spazieren und ich konnte Lia ganz gut im Zaum halten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sobald sie auch nur irgendwelche Anstalten machte, nahm ich sie kurz am Kappzaum unten und am Zügeln, den ich auf der Nase des Kappzaums befestigt habe. So hatte sie nicht viel Raum, um abzuspacken.
    Das klappte gut.

    Am Montag hatte ich die Möglichkeit einen anderen Sattel auf Lia zu testen.
    Ich überlege seit längerem, ob ich nicht auf einen anderen als den Westernsattel umsteige.
    Da ist es natürlich immer hilfreich, wenn man mal etwas ausprobieren kann.

    Mit dem Sitzgefühl war ich sehr zufrieden und auch Lia schien einverstanden zu sein. Das ist natürlich so recht schwer zu beurteilen, da ich aufgrund von Schnee und Eis nur ein paar Runden im Schritt über den Hof reiten konnte. Doch das kann ja bei Lia schon ausreichen, wenn ihr etwas nicht paßt. Von daher werte ich es mal als positiv, daß sie ruhig und entspannt geblieben ist.

    Im Anschluß zogen Tina und ich mit den Ponies und Ludwig los auf einen schönen langen Spaziergang. Die Sonne kam mehr und mehr raus und Schnee und Eis waren dann schnell Geschichte.
    Wir alle genossen das Wetter und Lia war wirklich sehr entspannt. Dieses Mal gab es gar keine Anstalten für irgendeinen Quatsch. Nicht mal, als wir am Waldrand entlang gingen.

    Heute Morgen war ich dann seit längerem wieder mal allein mit ihr spazieren.
    Auch das klappte dank der Kappzaum-Methode gut. Sie war zunächst ruhig und entspannt und wir konnten sogar zweimal schön ruhig traben.
    Auf dem Rückweg dann, ließ sie sich wieder von irgendetwas (ich konnte nichts sehen oder hören) ablenken und wurde hibbelig. Doch auch dieses Mal konnte ich durch meine Festhalte-Technik verhindern, daß sie sich aufspult und so konnten wir dennoch gesittet nach Hause gehen.
    Es wäre schön, wenn es nun so positiv weiter gehen würde.
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  • Neues von Mami

    Mami geht es bestens.
    Sie ist nun wieder eine Freigänger-Katze.
    Bisher bleibt sie immer nur für kurze Zeiten draußen und kommt dann wieder rein.
    Wenn man sie ruft ist sie auch nie weit weg und kommt meist schnell gelaufen.

    Die neuen Erfahrungen sorgen dafür, daß sie drinnen jetzt auch etwas ruhiger ist. Freigang ist aufregend und somit anstrengend für den Kopf. Also wird abends entspannt geschlafen.

    Mami und Ludwig sind gute Freunde geworden


    entspanntes Wollknäuel


    Aber auch Fernsehn tut sie manchmal gern: Hier war es "Disneys Robin Hood"


    Mami ist hier nicht zu sehen, aber das Bild paßt thematisch gut hier rein:
    Die Hofkatzen kuscheln sich im Moment eng zusammen, wenn es so kalt ist.

    vier auf einen Streich im Stroh
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  • sie bringt mich an meine Grenzen

    Zunächst einmal ging es positiv mit Lia und mir weiter. Wir arbeiteten zusammen an der Longe und waren auch wieder ganz allein ohne Zwischenfälle spazieren.
    Bei bestem Wetter genossen wir unsere gemeinsame Zeit:

    Morgenspaziergang sogar mit Sonne


    es gibt nicht viel besseres als bei bestem Wetter mit Hund und Pony entspannt unterwegs zu sein


    Doch leider kam dann am Samstag schon wieder ein großer Dämpfer obendrauf.
    Ich war früh morgens am Stall und longierte Lia schon mal ein bißchen, da sie Donnerstag und Freitag frei gehabt hatte. Sie war total lieb, entspannt und kooperativ.
    Danach durfte sie noch mal Pause machen, bis ich mit dem Misten fertig war.
    In Begleitung von Tina und Jackson zogen wir dann später los ins Gelände.
    Auch das war erstmal unspektakulär.
    Bis Lia dann an einer Stelle eine Herde Schafe in der Ferne sah und diese zum Anlaß nahm, das innere Wildpferd wieder rauszulassen.
    Steigen in höchster Schule inklusive Schlagen mit den Vorderhufen. So hoch, daß wir schon befürchteten, sie würde umkippen. Doch das kann sie erstaunlicherweise immer ausbalancieren.
    Natürlich hielt ich Abstand zu ihr, denn ich wollte nicht unter das Pferd geraten oder von den Hufen getroffen werden.
    War ja mit dem 3,50 m langen Seil auch kein Problem.
    Bis Lia dann ganz plötzlich Gas gab und und ich gar kein Seil mehr in der Hand hatte.
    Zack .... und schon war sie mitten auf dem Feld.
    Dort schnaubte und prustete sie laut in Richtung der Schafe.
    Als ich mir ihr langsam näherte, dachte ich erst, daß sie sich einfangen lassen würde, doch dann drehte sie auf dem Absatz um und raste im Jagdgalopp zurück zum Stall.
    Zum Glück waren wir noch nicht sehr weit gekommen.
    Ich rief den Hofchef an und er nahm sie in Empfang.

    Als ich dann auch irgendwann am Hof ankam, schnappte ich mir Lia ohne weiteren Kommentar in ihre Richtung und brachte sie auf den Reitplatz.
    Dort longierte ich sie eine ganze Weile. Das gefiel ihr natürlich nicht und auch da versuchte sie sich wieder im Steigen und wegrennen. Doch ich konnte sie überwiegend halten und zum Ende hin lief sie relativ ruhig im Trab.
    Sie hatte dann auch ganz schön geschwitzt.
    Tina ritt währenddessen mit Jackson etwas um uns herum.

    Zum Trocknen gingen wir dann noch eine kleine Runde ins Gelände und dieses Mal benahm Lia sich artig, so daß ich den Tag immerhin mit einem positven Erlebnis abschließen konnte. Dennoch war ich schon ziemlich frustriert. Lia bringt mich wirklich ziemlich an den Rand meiner Geduld.

    Sonntag hieß es dann neues Spiel, neues Glück. Und das sogar im Winterlook. Es hatte über Nacht geschneit und die Eifel war weiß gezuckert:

    unterwegs im Schnee


    alles war weiß


    Lia benahm sich wieder gut und hatte ihre Freude am Schnee. Jackson´s Freude ist jedoch nicht zu toppen. Er gründelte durch den Schnee und hatte schon nach kurzer Zeit einen gefrorenen Bart.

    Zwischendurch kam sogar mal kurz die Sonne raus und insgesamt ließ sich der Spaziergang gut an.
    Ich war natürlich immer mit soviel Konzentration wie möglich bei Lia, denn man weiß ja nie, wann sie explodieren kann, aber es hatte doch etwas von Entspannung.
    Wir machten sogar ein kleines Fotoshooting:

    im Schnee kann Jackson sogar die Ohren nach vorn nehmen


    Winterwunderland


    Lia kann hier kein Wässerchen trüben


    meine Hübsche


    Dann ging es weiter und natürlich blieb es nicht so harmonisch.
    Kurz nachdem wir den Waldrand erreicht hatten, fing Lia wieder an zu spacken.
    Doch dieses Mal packte ich beherzt zu, nachdem sie einmal geflippt war. Ich hielt sie mit der linken Hand direkt am Zaum fest und die rechte Hand hielt das Seil, daß auf der Nase befestigt war.
    So mußte sie den Kopf bei mir behalten und die Beine konnten mich - zumindest nicht so einfach - treffen. Ansonsten kommentierte ich das ganze nicht weiter und wir gingen weiter. Es war ziemlich anstrengend, denn Lia war nicht wirklich ruhig, doch sie blieb bei mir und wir schafften es.
    So konnte ich auf dem weitern Heimweg auch nach und nach wieder ein bißchen Kontrolle rausnehmen.
    Positiv werte ich, daß wir die Situation ohne weitere Kämpfe gemeistert haben und beide zusammen wieder am Hof ankamen.
    Warten wir ab, wie es nun weiter geht.
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  • Januar, 2018
  • fein dosiert will gelernt sein

    Nun ist das Katastrophen-Wochenende schon wieder eine Woche her. Seitdem habe ich Lia außer an einem Pausentag jeden Tag konsequent irgendwie bewegt. Und wenn es "nur" 15 Minuten an der Longe waren.
    Sie war die ganze Woche über ziemlich kooperativ. Ich habe wieder etwas dazugelernt bzw. nochmal deutlich von ihr bestätigt bekommen: Soviel Druck wie nötig aber auf jeden Fall so wenig wie möglich.
    Lia reagiert auf zuviel Druck sofort mit Gegendruck und da kann man bei 500 kg Pferd als Mensch einfach nur verlieren. Daher darf ich mich unter keinen Umständen auf ein "Duell" mit ihr einlassen. Das ist nicht immer einfach, da ich leider auch oft dazu neige, mein Temperament mit mir durchgehen zu lassen. Doch so kann ich vielleicht ja durch Lia noch eine Menge dazulernen.

    Am Freitag war ich zum ersten Mal wieder mit ihr spazieren, seit dem Disaster am vorigen Samstag.
    Kathi und Maja begleiteten uns. Lia war ruhig und entspannt und fast schon müde. So konnten wir einen schönen ereignislosen Spaziergang genießen.

    Am Samstag war seit langem mal wieder ein Tag mit Sonnenschein. Es war frisch und etwas windig, doch ich wollte die Sonne nutzen und mich auf mein Pony setzen. Tina begleitete uns mit Jackson zu Fuß. So konnte ich immer wenn ich unsicher wurde auf meinen "Anker" zurückgreifen. Tina führte Lia dann an der Trense. Das gab mir und Lia Sicherheit. Ist zwar irgendwie ein bißchen wie der Placeboeffekt bei den Arzneimitteln, aber das ist mir ehrlich gesagt wurscht... Hauptsache es funktioniert.
    So konnten wir eine ganze Stunde ausreiten....wenn auch im allerlangsamsten Schneckentempo, das je ein Pferd zuvor gegangen ist... aber was soll´s ..... daran kann ich später arbeiten.

    Sonntag dann ging es umgekehrt los. Tina ritt Jackson und ich nahm Lia mit dem Arbeitsseil am Kappzaum mit.
    So schafften wir tatsächlich eine große Runde über zwei Stunden. So lange waren wir schon ewig nicht mehr unterwegs gewesen.

    Jackson und Tina kurz vor dem Abritt


    Lia mit ihrer momentanen Ausstattung


    Lia war insgesamt kooperativ und brav und wir konnten sogar ein Stück traben. Nur auf dem letzten Stück gab es nochmal ein kurzes Aufmucken, das ich aber schnell wieder im Griff hatte.
    Insgesamt gefällt mir die Tendenz und ich hoffe, daß es so weiter geht.
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  • Safety first !

    Nach einer erneuten Woche mit usseligstem Naß-Wetter hatte ich gestern endlich wieder etwas Zeit für Lia.
    Das Wetter war jedoch kaum besser als die übrige Woche. Es schnee-regnete munter vor sich hin, als ich am Stall eintraf.
    Während ich mistete traf auch Tina ein.
    Lia zu putzen war nicht möglich, denn sie hatte eine 1-2 cm dicke frische Schlammschicht über den ganzen Körper verteilt.
    So blieb es beim Hufe auskratzen und dann starteten wir - trotz des Wetters - unseren Spaziergang.

    Alles war ruhig und entspannt - und dann: BANG!
    Lia hörte wohl irgendwas, das sie verunsicherte (ich glaube es war ein Vogel) und dann rastete sie aus.

    Sie lief los und keilte nach hinten aus...und knallte meinem rechten Oberschenkel eine. Glücklicherweise war es der Oberschenkel. Der kann das von all meinen Körperteilen wohl am besten verkraften.
    Doch mit der Ruhe war es nun vorbei. Sobald ich sie wieder einsammelte und in unsere gewünschte Richtung weiter gehen wollte, ging das Theater von vorn los. Ich wußte mir nicht mehr wirklich zu helfen und ließ Lia dann erst mal ihre Runden um mich herum drehen. Zum Glück hatte ich Kappzaum und Arbeitsseil für den Spaziergang gewählt.
    Lia spackte nun ordentlich ab: von Bocken, Auskeilen bis Steigen war alles dabei.
    Doch da sie nicht wirklich über Kondition verfügt, war nach einer Weile traben im tiefen matschigen Wiesenboden in Kombi mit der Abspackerei schon die meiste Luft raus.
    Doch nun war es an mir zu sagen:"Lauf!"
    Denn nur, weil Madam jetzt k.o. war, war die Longeneinheit noch nicht beendet. Ich schickte sie also noch einige Zeit im Trab um mich herum, bevor ich sie schließlich zu mir einlud und dann konnten wir endlich wieder weiter gehen.
    Danach war es dann auch gut für diesen Tag.

    Heute morgen erwarteten uns dann gleich drei Abspack-Ponies auf dem Paddock. Die Sonne (ja es hat tatsächlich die Sonne geschienen) ist ihnen wohl zu Kopf gestiegen.



    Bevor ich heute mit der Irren rausgehen würde, wollte ich mal testen, wie sie so drauf ist.
    Daher zog ich ihr den Kappzaum an und dann wollte ich sie etwas über den Hof longieren. Der Reitplatz ist aufgrund der Wetterumstände nicht zu gebrauchen. Da watet man einfach nur noch durch Matsch.
    Nach wenigen Runden war schon klar, daß Lia heute ebenfalls nicht kooperativ sein würde. Sie hatte keine Lust auf diese Art Arbeit und haute mir mehrmals in Richtung Stall ab.
    Ich habe gelernt, daß es keinen Sinn hat, sich mit ihr auf einen Kampf einzulassen. Deshalb sammele ich sie dann immer kommentarlos wieder ein und mache weiter.
    Als ich irgendwann mit ihrem Verhalten zufrieden war, beendete ich die Übung.
    Aus Sicherheitsgründen entschied ich mich, sie heute nicht mit auf den Spaziergang zu nehmen.
    Statt dessen brachte ich sie zurück in den Stall und begleitete Tina und Jackson mit Ludwig zu Fuß.

    im Wald untewegs


    So konnten wenigstens wir vier den "Sonn"tag genießen.
    Als wir nach dem Ausritt wieder zurück am Stall waren, schnappte ich mir Lia nochmal. Wieder den Kappzaum drauf und ab auf den Hof.
    Dieses Mal schaffte ich es, daß sie mir nur noch einmal ausbüxte.
    Ich paßte auf wie ein Luchs und hielt ihren Kopf immer in meiner Richtung.
    So schafften wir auf jeder Hand auch ein paar Trab-Runden. Da es insgesamt jetzt gut klappte, entließ ich sie nach 15 Minuten endgültig für heute.
    Mal sehen, wie es dann jetzt so weiter geht mit ihr und mir... ich versuche mich nicht unterkriegen zu lassen.
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  • entmutigt....und neue Hoffnung gefunden

    Heute genau vor einer Woche war ich ziemlich am Boden zerstört. Ich wollte mit Tina zusammen ausreiten und unterwegs bekam ich wieder mal richtig Angst auf Lia.
    Bereits seit meinen beiden Abflügen letztes Jahr hat mein Mut ja doch ziemlich gelitten.
    Als sie dann am Sonntag an einer Weggabelung nicht weitergehen wollte und begann sich mir zu wiedersetzen, bekam ich Panik.
    Der Boden war matschig und ich hatte Angst, daß Lia dort Theater machen würde und wir uns dann womöglich gemeinsam auf die Schnauze legen würden. Meine Angst fesselte mein Gehirn dermaßen, daß ich nicht in der Lage war logische klare Gedanken zu fassen. Das machte mich wütend. Also stieg ich ab und stürmte mit Lia am Zügel zurück in Richtung Stall. Dabei schimpfte ich vor mich hin (voller Enttäuschung über mein eigenes Versagen), daß ich einfach nicht mehr weitermachen wollte und Lia verkaufen würde. Und in diesem Moment war ich mir sicher, daß das die beste Lösung sei. Vor allem für Lia, denn ich war ja offensichtlich nicht der richtige Mensch für sie. Ich hatte mich wohl doch mit dem Jungpferd und Selbsteinreiten übernommen.

    Die arme Tina ritt schweigend hinter mir her und ließ mich meine Tiraden vor mir her schimpfen. Lia war sichtlich verwirrt durch mein Verhalten, folgte mir jedoch brav. Das gab mir Zeit mich zu beruhigen. Langsam aber sicher kam ich wieder an den Punkt, an dem realistische Gedanken möglich waren und ich schlug vor zu Fuß noch etwas weiter zu gehen. Immer noch war ich sicher, daß ich mit Lia versagt hätte und einfach nicht fähig genug bin, sie zu einem verläßlichen Freizeitpferd auszubilden.
    Doch wurde mir die Verantwortung bewußt, daß ich sie ja nun auch nicht von heute auf morgen einfach rumstehen lassen kann, bis ich einen Käufer finden würde.

    Mit jedem Meter mehr schwand allerdings auch meine Sicherheit, daß der Verkauf die richtige Entscheidung sein würde.
    Tina ließ mich mit meinen Gedanken allein und erst als eine ganze Weile vergangen war, begannen wir wieder ein Gespräch. Über etwas ganz anderes unverfängliches.
    Und als wir schließlich am Stall zurück waren, hatte sich mein Gemüt doch deutlich beruhigt und Tina und ich konnten über den Vorfall sprechen.
    Mein Verkaufsvorhaben war schon so gut wie vom Tisch und wir schmiedeten Pläne, wie es vielleicht für Lia und mich weitergehen könnte.

    Nach ein paar Minuten stand der Plan: Ich würde diese Woche mal eine Runde mit Jackson ausreiten, damit ich noch mal einfach nur reiten würde. Damit ich mich erinnern könnte, wie schön das ist und warum ich das eigentlich alles mache.
    Und am nächsten Wochenende würde Tina mich und Lia im Gelände führen, damit ich bei einem Ausritt mit Lia noch mal mehr Sicherheit fühlen könnte.
    Soweit der Plan.
    Ich fuhr dann deutlich beruhigter nach Hause und nahm diese Gedanken mit, um noch weiter darüber nachzudenken.

    Tatsächlich sind wir nun doch deutlich vom Plan abgewischen, dennoch kann ich jetzt über einige positive Entwicklungen berichten.
    Der Ausritt mit Jackson fand auch Zeitmangel meinerseits nicht statt. Doch meine Gedanken um das ganze Thema "Lia" hatte nicht stillgestanden.
    Und so entstand in meinem Kopf ein neuer Plan: Ich gehe wieder ein paar Schritte zurück und mache erst mal Dinge mit Lia, von denen ich weiß, daß sie klappen. So bekommen wir beide wieder mehr Sicherheit und Vertrauen zueinander. Klappt etwas nicht, gehe ich auch da einen Schritt zurück. Ich versuche die "Schritte zurück" für mich nicht als Versagen meinerseits, sonder als notwendige Aktion zu sehen.
    Außerdem muß ich Lia wieder mehr auslasten. Aufgrund der sehr nassen letzten Wochen und Zeitmangel meinerseits, hatte Lia doch sehr viel frei und hat sich auch im Offenstall nicht soviel bewegt, da einfach alles naß und matschig war.

    Diesen Plan begann ich am Mittwoch umzusetzen.
    Ich longierte Lia seit langem wieder, da der Platz endlich ein bißchen abgetrocknet war.
    Dabei achtete ich wie ein Luchs auf sie und versuchte ihre Aktionen vorauszuahnen. Das klappte auch meistens und so mußte sie sich meinen Wünschen fügen und ohne Theater Kreise laufen. Ich ließ mich nicht auf einen Kampf ein, wenn ich doch mal zu langsam reagiert hatte und sie doch ausgebrochen war. Dann sammelte ich sie kommentarlos wieder ein und das Training ging weiter.
    Nach acht Minuten traben war sie dann auch deutlich kooperativer, denn so langsam wurde sie müde.
    Danach gingen wir noch eine Runde spazieren und auch unterwegs trabten wir einige Strecken.

    Am Donnerstag wollte ich mit ihr spazieren gehen. Zur Übung und um es für mich mehr zur Routine werden zu lassen, wollte ich über den Hof bis ins Feld reiten.
    Also sattelte ich und stieg auf.
    Wir ritten ruhig und entspannd über den Hof und wollte gerade aus dem Hof heraus, als wir uns einer ausgebüxten Kuh gegenüber vorfanden. Auf den ersten Blick verwechselte ich sie mit dem Bullen und mir wurde mulmig. Das merkte auch Lia und machte kehrt. In diesem Fall hatte sie ja Recht mit der Einschätzung der Situation und daher bremste ich sie lediglich ab und erlaubte ihr in die entgegengesetzte Richtung weiter zu gehen.
    Wir fanden uns also auf dem Hof wieder und ich überlegte, was ich nun machen sollte.
    Ich entschied, daß ich einige Runden über den Hof reiten würde. Denn auf die Art könnte ich noch etwas reiten und Lia und ich würden uns dennoch sicher fühlen.

    Gestern machten wir mit Tina und Jackson einen großen Spaziergang im Dunkeln.
    So hatte Lia in dieser Woche doch schon mal wieder deutlich mehr Beschäftigung als vorher.

    Heute wäre dann eigentlich der geführte Ausritt geplant gewesen. Doch aufgrund der ganzen Gedanken, die ich mir gemacht hatte und der erfolgreichen Aktionen der letzten Tage, traute ich mich doch wieder allein.
    Wir wählten wieder die Dorfstrecke, denn die klappt in der Regel gut und ich fühle mich sicher mit Lia.
    Das klappte heute auch bestens. Wir trabten sogar ein Stück und das war sehr entspannt.
    Ich fühlte mich so gut und sicher mit Lia, daß ich noch weitere Schlenker zuließ und letztlich ritten wir sogar noch einen Bogen durch's Feld und trabten noch einmal eine länger Strecke.
    Nach über einer Stunde waren wir zurück und ich war sehr sehr zufrieden mit mir und meinem Pony.
    So möchte ich nun weitermachen. Kleine Schritte und immer nur soviel machen, solange wir uns sicher fühlen.
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