Zuviel gewollt ?!?

Gestern hatten Tina und ich einen schönen recht entspannten Ausritt. Die Pferde waren motiviert und das Wetter hielt mit.
Heute hatte ich dann mit Lia irgendwie nicht den richtigen Draht....

Im Nachhinein betrachtet, habe ich vielleicht doch ein bißchen zuviel gewollt und bin da bei ihr auf Gegenwehr gestoßen.
Deshalb habe ich entschieden, daß wir nochmal einen Schritt zurück gehen und mindestens diese Woche eine (Reit-)Pause einlegen.
So haben wir beide Zeit uns miteinander wieder zu entspannen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Wir werden sicher ein bißchen spazieren gehen, aber ansonsten gibt es viel Freizeit in dieser Woche. Ein Cut wird uns denke ich beiden ganz gut tun und dann sehen wir mal, wo wir wieder ansetzen. Vielleicht reicht eine Woche, vielleicht verlängern wir es auch noch etwas. Wir werden sehen.

Nun fragt ihr Euch sicher, was denn überhaupt "passiert" ist.
Gestern auf dem Rückweg hat Lia eine neue "Unart" ausprobiert. Wir mußten mehrmals auf Spikey warten, was Lia auf dem Heimweg nicht gefiel und sie ungeduldig wurde.
Da probierte sie dann aus, was denn passiert, wenn sie sich meinen Hilfen widersetzt. Besonders unschön war dabei, daß sie den Kopf sehr hoch nahm, um sich den Zügeln zu entziehen. Das hatte ich an und für sich schnell im Griff, denn ich habe dann immer eine Volte geritten und erneut Hilfen zum Anhalten gegeben.

Heute hat sie das weiter ab und an probiert, doch auch da konnte ich es erstmal unterbinden.
Dann kam ein Wegstück, das ihr wohl zu schwierig war. Es war schmal, es gab Wurzeln, es ging mal bergauf, mal bergab. Kurzum sie mußte sich konzentrieren und war damit scheinbar überfordert.
An dieser Stelle ging dann das Gehampel los und der Kopf war wieder in den Wolken. Hier war nun aus Platzgründen aber kaum eine Volte möglich, denn rechts uns links ging es bergab.
Da ich ja auch immer etwas ängstlich bei Höhen bin, half mir der Weg auch nicht dabei ruhig und selbstsicher zu bleiben.
Im Nachhinein hätte ich schon weit vorher absteigen sollen und nicht zuviel von Lia verlagen. Doch natürlich ist man hinterher immer schlauer.
Ich stieg dann ab und wir gingen zu Fuß weiter.

Als ich dann eine halbe Stunde später wieder aufsteigen wollte, klappte auch das nicht.
Allerdings ganz allein, weil ich es nicht gebacken bekam.
Ich neige dazu, mich in solchen Situationen mit meinem Kopfkino in eine Stimmung hineinzusteigern, die weder für mich, noch für alle um mich herum, sinnvoll und angenehm ist.
Ich parkte Lia neben einer Böschung. Dort war das Gras relativ hoch und sie wollte danach schnappen.
Das wollte ich nicht, also korrigierte ich sie immer wieder. Da meine Nerven aber noch von der vorherigen Situation leicht reizbar waren, brachte mich das wieder aus der Fassung und meine Knie waren nicht stabil genug, um von der Böschung aus aufzusteigen.
Darüber ärgerte ich mich dann selbst und so geht der Teufelskreis los.
Dann gehen meine Gedanken weiter, daß ich alle aufhalte und daß nur, weil ICH (nicht Lia) es nicht hinbekomme. Das kann ich dann theoretisch endlos weiterspinnen: Habe ich mich doch mit einem Jungpferd übernommen ? Sollte ich besser die Reiterei ganz drangeben ? ......

Das begleitet mich ja schon mein ganzes Leben lang und mittlerweile habe ich mich soweit im Griff, daß ich dann abgebrochen habe und noch ein Stück weiter zu Fuß gegangen bin. Als wir dann an einer Bank vorbei kamen, nutzte ich diese zum Aufsteigen und dann war ich auch wieder in der Lage zu sprechen.
Es tut dann gut, wenn man diese irren Gedanken mal loswerden kann. Tina kennt mich ja inzwischen lang genug, um meine irren Gedankengänge zu kennen. Wenn ich dann aus der Situation rausgekommen bin, ist es mir auch nicht mehr peinlich das ganze zuzugeben.

Nun ja... jedenfalls nehme ich mir und gebe Lia einfach mal wieder etwas mehr Zeit. Im Prinzip klappt alles so gut mit ihr. Da vergißt man doch dann manchmal, daß wir ja noch ganz am Anfang stehen und daß uns niemand hetzt.
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2 Kommentare

Linear

  • Jaqueline  
    *Ich kenne das Gefühl. Ich mach es mit meinem Pony größtenteils auch allein, was auch gut klappt. Aber ich hab mir zur Sicherheit eine sehr gute Lehrerin an Land gezogen die mich auch noch von außen unterstützt.mein pony ist nämlich im Gegensatz zu anderen sehr sensibel! Und ich will später ein verlasspferd an der Kutsche haben und keinen potenziellen Durchgänger. Es tut so gut jemanden an der Seite zu haben der sich mit jungpferden auskennt und mit Rat und Tat zur Seite steht. Meine Angst bremst uns jedes mal aus und es ist einfach besser wenn mich jemand aus diesem Loch raus ziehen kann. Dieses miese bauchgefühl erdrückt einen doch sehr
    • Kerstin  
      *Hilfe zu haben halte ich auch für wichtig. Vor allem halt auch jemanden, der einfach mit draufschaut und die Situationen von außen betrachten kann. Deshalb bin ich so froh, daß ich Tina mit im Boot habe.
      Sollte ich wirklich auf Probleme stoßen, werde ich mir auch noch weitere Hilfe (Trainer) suchen. Aber aktuell ist das glaub ich nicht nötig.
      Lia und - vor allem ich - müssen einfach merken, wann wir eine Pause brauchen. Und mir hilft es immens, das ganze nachher mal Revue passieren zu lassen - sowohl mit Tina im Gespräch, als auch es hier im Blog nochmal zusammenzufassen und auszuformulieren. Dabei gehe ich die Situationen nochmal mit weniger Emotion durch und kann meine eigenen Fehler besser sehen - und so vielleicht und hoffentlich in Zukunft vermeiden oder zumindest einschränken.

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