16 Kilometer zu Fuß....ich bin stolz auf mich

Genau wie gestern hatten Tina und ich uns heute für zehn Uhr verabredet.
Als wir auf die Wiese kamen, um die Pferde zu holen, hatten sich Benji und Lia nochmal für ein Schläfchen hingelegt.
Bereits als ich mich näherte stand Lia auf, streckte sich wie ein Kätzchen und kam zu mir gelaufen. Offenbar hatte sie genug geruht und war für Abenteuer bereit.

Benji hingegen legte den Kopf ganz ab und machte die Augen zu. Eine eindeutige Aussage:"Laß mich in Ruhe und schlafen !"
Gut okay...ich bin ja kein Unmensch. Also bekam er nur sein Stück Möhre (dafür war er dann nochmal kurz gaaanz wach) und durfte sich einen freien Tag genehmigen.

Das bedeutete für mich, daß ich heute laufen würde.
Generell fand ich das gar keine schlechte Idee.

Erstens konnte ich so mich selbst noch mal ein bißchen fit machen und zweitens war Lia ja gestern doch etwas frech mit den anderen Pferden gewesen und da kann ich vom Boden aus besser direkt reagieren.

Dennoch sollte es eine größere Runde werden, denn es war heute trocken ! Zwar nur 11 °C "warm" aber trocken.
Noch ein Pluspunkt für´s Laufen: da wird einem schon warm bei !

Die Hunde warten, daß es los geht.


Gegen halb zwölf starteten wir. Tina im Sattel und ich mit Lia zu Fuß.
Ich wollte aber flott gehen und wir legten unterwegs auch einige flotte (also für mich flott) Trabstücke ein.
Man-o-man, wie kann man nur so unsportlich sein wie ich :-(

Wir gingen bis Wollersheim. Dort über eine Landstrassenbrücke.
Lia war ja schon mal auf ner Brücke gewesen, aber heute fand sie die knatternden Motorräder, die unter ihr verschwanden und dann hinter der Brücke wieder auftauchten, schon etwas spooky.
Find ich völlig verständlich. Aber dank dem ruhigen Jackson und ihrem neugierigen Gemüt, konnten wir dennoch oben stehen bleiben und lernen, daß ja doch nix passiert.

Bei Wollersheim sind wir übrigens dem "Ende" begegenet !


Auf dem weiteren Weg entdeckten wir noch eine Abzweigung, die wir noch nie genommen hatten. Logisch, daß wir die mal ausprobierten. Es war ein schöner Grasweg, der uns weiteroben wieder auf die übliche Strecke führte.

auf dem neu entdeckten Weg


Jackson dreht wieder um


und parkt dann zum Zwischenstopp im Baum


Lia wartet brav daneben


Ludwig erkundet solange die Gegend


Spikey wartet zu meinen Füßen


auch Lia durfte dann ein bißchen grasen an Jackson´s auserwähltem Pausenplatz


Weiter ging es dann erstmal ein Stück bergauf. Da weiß man wieder sehr zu schätzen, wie angenehm es ist auf einem Pferderücken Platz nehmen zu dürfen. Heute mußte ich mich selbst anstrengen. Nett, wenn einem dann von Jackson gezeigt wird, wie leicht er das mal eben im Trab dort hoch schafft.

Ein kleines Wäldchen und einen langen Grasweg später kamen wir zu einem beliebten Pauseplatz von uns. Doch irgendwie hatten wir heute nicht an Pause gedacht. Muß Kathi´s Schuld sein, denn die war ja heute nicht mit ;-)
Also machten wir doch keinen Stopp. Wir gingen weiter bis Vlatten.

Jackson und Tina vorm "Blumenfeld"


Ein Wegkreuz bei Vlatten. Tina hat uns netterweise allen den Text vorgelesen: Es war eine Abwandlung von "Spuren im Sand"


Und in Vlatten muß ich sagen, haben wir heute auch mal erlebt, daß Pferde nicht jedem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern (Pferde machen Menschen glücklich; "Spricht der denn Deutsch ?").

Vlatten ist ja an und für sich ein recht verschlafenes, kleines, hübsches Dörfchen.
Wir durchquerten den Ort und begegnetem einem älteren Herrn, der gerade mit dem Auto wegfahren wollte.
Im Hof seines Hauses turnten seine beiden Enkelkinder (vermute ich mal) herum, die Lia aber wegen des Autos nicht sehen konnte. So war sie kurz nervös und verlor drei einzelne Äppel auf der Strasse. Ich habe es wirklich nicht bemerkt, daß das ja nicht mal ein Geräuch gemacht hat.
Statt mich einfach darauf hinzuweisen, pampt mich der Herr an, ob ich denn erwarten würde, daß er jetzt dem Mist wegräumt.
Ich sagte sofort:"Sorry, das habe ich wirklich nicht mitbekommen!" und begann die Äppel mit Taschentüchern einzusammeln.
Doch auch das konnte ihn nicht besänftigen. "Ja ja" brummelte er "Das passiert mir hier ja dauernd!" Dann fuhr er brausend mit seinem Auto an uns vorbei, ohne uns auch nur vernünftig Platz zu lassen.

Als wir dann weiter durch den Ort kamen und uns doch mal ein Auto überholen wurde, wurden wir auch aus diesem böse angeschaut, weil es ganz kurz mal langsamer Fahren mußte, bis wir in der schmalen Strasse Platz genug machen konnten.
Ich weiß ja nicht, sind Pferde denn nicht auch Verkehrsteilnehmer und müssen wir alle immer und überall Stress, Eile und Hektik praktizieren, statt vielleicht einfach mal nen Gang runterzuschalten ? Es war schließlich Sonntag heute !

So waren wir ganz froh, als wir heute aus Vlatten wieder heraus waren. Hoffen wir mal, daß es ne Ausnahme war, und die Vlattener bei unserem nächsten Besuch wieder normal freundliche Eifeler sein werden.

Über sehr grasbewachsene, feuchte Weg schlängelten wir uns dann auf den Heimweg.
An einer passenden Stelle mit großer Pfütze (Wasser für Pferde und Hunde) und Gras machten wir noch mal kurz Rast.
Ich war inzwischen ziemlich durstig, doch aus der Pfütze wollte ich irgendwie auch nicht trinken.
Ein Blick auf mein Handy sagte mir, daß wir bereit gute zehn Kilometer geschafft hatten.

Pause!


Spikey


Ludwig


viel Mohn im Feld kurz nach der Pause


Lia wieder mit Ausgeh-Halfter


Nachdem die Pferde was gegessen und getrunken hatten und wir alle etwas verschnauft hatten (ich hätte mich eigentlich gern kurz neben Spikey auf den Boden gelegt :-) ), zogen wir wieder los.
Nun war es eindeutig Heimweg und wieder absolutes Heimatgelände.
Auch Tina stieg dann bald ab und wir liefen den Rest alle zu Fuß.

Nach 16 Kilometern erreichten wir den Stall und Tina und ich fielen erst mal über unsere Getränke her.
Beim nächsten Mal nehmen wir auf jeden Fall was mit !
Es war ein schöner Ausflug und ich war am Ende stolz, daß ich die 16 Kilometer doch relativ fit geschafft hatte.
Lia war heute auch viel weniger frech und sie hat die Strecke sehr gut gemeistert.
Jackson ja sowieso :-)
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