erster Eindruck vom Westernpferdchen

Nach dem Putzen heute holte ich für Lia dann mal meinen Sattel. Sie hat es ja mit Benjis Sattel bisher so problemlos gemacht, daß ich heute mal den Sattel mit etwas mehr Gewicht nehmen wollte.
Ich zeigte ihn ihr zunächst wieder von beiden Seiten.
Interessant....aber nur kurz.
Dann legte ich ihn ihr ganz vorsichtig und behutsam auf den Rücken, so daß sie sich ganz langsam an das Gewicht gewöhnen konnte.

Und dann lag ein Westernsattel auf dem Jungpferd. So einfach. Lia fraß unterdessen weiter Heu und ließ sich nicht stören, während ich den Sattel vorsichtig gurtete und die Bügel oben löste und nach unten nahm.

Lia mit Westernsattel


näherer Ausschnitt


Nach ein paar Minuten "Gewöhnungszeit" machte ich Lia los und führte sie mit dem Sattel ein bißchen über den Hof.
So konnte sie die baumelnden Fender und Bügel kennenlernen und mal fühlen, wie sich der Sattel auf dem Rücken bewegt.

von der anderen Seite und nach ein paar Metern Bewegung


Damit wollte ich es erst mal gut sein lassen.
Lia macht das alles immer so souverän, da muß man sich selbst bremsen, daß man nicht zuviel auf einmal macht und die Maus dann doch mal überfordert.

Ich sattelte wieder ab, verstaute den Kram und dann starteten wir unseren Spaziergang.
Dieses Mal loggte ich mit. Wir gingen unsere bisher größte Runde mit 8,6 km in 2,5 Stunden.
Unterwegs machten wir auch eine kurze Pause. Das muß Lia ja auch erst mal kennen lernen. Wenn sie dann nicht fressen darf und sonst "nichts weiter passiert" wird ihr das schnell zu langweilig und sie will weiter. Daran kann sie so in kleinen Einheiten langsam gewöhnen.

Viele spannende Begegnungen hatten wir heute.
Wie immer schaute Lia sich die unbekannten Dinge kurz an und marschierte dann mutig dran vorbei.
Egal ob ein knatterndes Aggi, zwei sich lauthals unterhaltende (man könnte wohl schreiende sagen) Nachbarn, eine Weide voller Kühe (Auge in Auge nur getrennt von zwei Metern Luft und dem Zaun) oder eine Weide mit drei sehr interessierten Pferden.
So liefen wir nichtsahnend durch Thuir.
Rechts von uns kläffte ein kleiner Hund. Interessierte sie auch nicht.
Und dann: Dann war sie mal kurz panisches, vollblütiges Jungpferd.
Rechts von uns (wir waren schon quasi aus dem Ort raus) lagerten Silageballen. An einem hatte sich die Folie etwas gelöst und die flatterte jetzt. Nichts, was Lia nicht schon mal gesehen hätte. Aber heute und dort war das ganz ganz schlimm. Jackson war schon dran vorbei, aber auch das konnte Lia nicht beruhigen.
Sie wollte umdrehen, stieg wieder ein bißchen und schnaubte aufgeregt.

Auf der gegenüberliegenden Seite war eine Wiese. Dort kam dann auch noch ein Haflinger angelaufen und wieherte.
Lia war immer noch sehr aufgeregt und jedes Mal, wenn ich sie wieder näher an die Silageballen führen wollte, wurde sie wieder panisch.
Auch mit Jackson direkt neben sich wurde das nicht besser.
Ich war kurz etwas ratlos, was ich jetzt tun sollte.
Vielleicht war das ja jetzt zuviel für sie. Aber Umdrehen und ihr somit zustimmen, daß man vor der Plane fliehen muß, wollte ich auch nicht so recht.
Wir warteten eine Weile, bis sie sich in einigem Abstand zur Gefahr beruhigen konnte.
Dann ging Jackson nah vor ihr und ich versuchte ihr nochmal zu zeigen, daß es nicht schlimm ist, in dem ich mich zwischen sie und die Gefahr positionierte.
So konnten wir dann schließlich daran vorbei gehen. Der Haflinger links war dann wieder völlig uninteressant, wie auch der Traktor mit Heuwender, den wir kurz darauf passierten.

Es war eine aufregende Situation und ich hatte schon auch etwas Bammel währenddessen. Doch im Nachhinein habe ich Lia dadurch nur noch besser kennengelernt, so daß ich solche Situationen zukünftig hoffentlich etwas besser einschätzen kann.
Außerdem bin ich ein bißchen stolz, daß wir dann doch dran vorbei gekommen sind.

Spikey müde nach der Runde
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