Freizeitreiter erzählen

Gleich zweimal diese Woche

Diese Woche war ich gleich zweimal bei den Pferden, da Kerstin mehr arbeiten musste.

Am Mittwoch dachte ich erst, es würde nichts werden mit dem Reiten, denn als ich aus der Schule kam, schüttete es doch recht ordentlich. Weil ich aber ja sowieso füttern wollte, fuhr ich mal trotzdem Richtung Stall. Und ganz wie ich es in Hape Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" gelernt habe, sandte ich unterwegs eine Bestellung in den dunklen Himmel: "Lass es in Berg wenigstens weniger regnen".
Ich hätte nicht gedacht, dass das so gut funktioniert :-) Am Stall angekommem, tröpfelte es nur noch und nachdem ich Magic zum putzen nach draußen geholt hatte (drinnen putzten schon zwei andere) hörte es sogar ganz auf. Allerdings war es ziemlich windig und Magic erschreckte sich schon beim Putzen einige Male vor der wehenden Plane. Wegen des Windes entschied ich mich dann, den Reitrock wegzulassen, er hätte mir sowieso nur um die Ohren geweht. Den ganzen Ritt über blieben wir komplett trocken und auch, wenn es durch den Wind gerade auf den Anhöhen doch sehr kalt war, war es ein toller Ritt. Wir erkundeten einen neuen Weg, der mir sehr gefiehl und der sich praktischerweise auch wenn man etwas mehr Zeit hat noch gut ausdehnen lässt. Magic war ruhig und ausgeglichen und ich glaube, wir hatten beide trotz des Wetter viel Spaß an diesem Ritt. Zurück am Stall versorgte ich dann Magic und beide Pferdchen bekamen ihr wohlverdientes Futter ... na gut, Magic hatte es für beide tapfer erarbeitet. grins

Am Freitag war dann netterweise schon bei meiner Abfahrt an der Schule strahlender Sonnenschein und es war richtig warm in der Sonne. Der perfekte Frühlingstag. Heute wollte ich das erste Mal mit Jackson alleine reiten und natürlich war ich wieder ein wenig aufgeregt, wenn auch nicht sehr, schließlich weiß ich schon, dass er eigentlich ein großer Schatz ist, der trotz seines Hasenherzens ein echtes Verlasspferd ist. Manchmal steht er sich eben nur selbst im Weg. Als ich am Stall ankam, war ich zum ersten Mal ganz alleine dort. Bisher war immer schon irgendwer dort gewesen. Die anderen sind sehr nett und man kann sich gut mit ihnen unterhalten, von daher stört das überhaupt nicht, aber so alleine mit den Pferden mit ganz viel Ruhe... das hatte auch einen ganz eigenen Reiz!
Während ich Jackson dann putzte, kamen auch schon andere Reitbeteiligungen, um ebenfalls zu putzen und zu reiten.
Den Reitrock konnte ich heute wieder weg lassen, es war zwar nicht windig, aber so schön warm in der Sonne, dass ich ihn einfach nicht brauchte. Mit Jackson ritt ich die gleiche Strecke wie mit Magic am Mittwoch, mit einer kleinen Abänderung für eine Stelle, die mir am Mittwoch nicht so gut gefallen hatte (da hatte Magic sich sehr erschreckt), und für die ich mir auf der Karte eine Alternative herausgesucht hatte.
Am Anfang wollte Jackson glatt zweimal umdrehen zum Stall und nicht so recht davon weg, aber auch er darf ja ruhig einmal austesten, was mit mir wirklich geht und was eben nicht.
Nach eine Aufwärmphase im Schritt wagte ich mich dann auf einem kurzen Wiesestück an einen ersten kurzen Trab. Es ging erstaunlich gut, auch wenn Jackson sehr schnell werden wollte und mein Zurückhalten nicht so prickelnd fand, er lief einen reinen Trab und ließ sich auch am optisch guten Ende dieser kurzen Strecke problemlos zurück in Schritt bringen. Im Schritt war er dann eine zeitlang noch etwas aufgekratzt, fand dann aber zu seiner normalen Ruhe zurück. Auf einem Weg bergan versuchten wir dann ein zweites Mal zu traben. Hier wurde es etwas schwieriger. Der Anfang war wieder gut, aber je mehr er schneller werden und am liebsten gallopieren wollte und ich darauf bestand, dass wir im Trab blieben, um so mehr spulte Jackson sich an sich selber hoch und fabrizierte Gangsalat. Diesmal merkte ich sehr gut, wie energisch man dann beim Durchparieren sein muss, damit er es auch wirklich ernst nimmt, ist aber alles machbar. Neuer Anlauf, gleiches Spiel, erst geht es recht gut, dann spult er sich hoch und gerät in Gangsalat. Nun kenne ich also auch Padabam.
Bis wir beide gut miteinander traben können, müssen wir also noch üben, aber das schadet uns ja nicht. Auch nach diesem Trab war er wieder eine Weile aufgeregt, kam dann aber auch wieder zu seiner Ruhe zurück.
Durch den leicht veränderten Weg ritten wir nun hinter einem Hügel herum, auf dessen Vorderseite ich mit Magic entlang geritten war. Als wir um eine Kurve kamen, stand auf einmal vor uns auf dem Weg ein Traktor und in einem kleinen Baumstück daneben 6-7 Männer und ein Hund. Und die fingen irre laut an, Bäume in einem Schreder zu schreddern. Hab ich mich erschreckt! Und natürlich hab ich schnell nach abzweigenden Wegen geschaut, um dieses Geräusch-Inferno zu umgehen! Aber was macht dieses absolut erstaunliche und tolle Pferd? Jackson blieb trotz meines riesigen Schreckens völlig locker und gelassen und trug mich Hasenherz mit nach vorne gerichteten Ohren locker am langen Zügel sicher um den Traktor und das Inferno herum, als wäre das alles gar nicht vorhanden. Manchmal plättet er mich echt!
Dafür hat ihn dann auf dem weiteren Weg, als wir kurz ein paar Meter eine Straße entlang reiten mussten, ein Radfahrer, der von hinten kam, sehr erschreckt. Da musste ich dann dem Hasenherzchen wieder Sicherheit geben, so gleichen wir uns prima aus :-)
Beim letzten ordentlichen Berganstieg (nur ein kurzes Stück, das aber ordentlich steil) entschied ich mich dann lieber für Galopp, so waren wir uns einig und konnten etwas entspannter bleiben. Da der Weg oben angekommen eine 90-Grad-Kurve macht, war auch das Anhalten automatisch problemloser. Insgesamt war es ein toller Ausritt, bei herrlichem Frühlingswetter, bei dem man den Ausblick über die Landschaft wunderbar genießen konnte!
Zurück am Stall und nachdem Jackson versorgt war, bekam Jackson dann zuerst sein Futter. Das fand Magic aber gar nicht toll. Er wurde sehr ungeduldig und wollte mir den Eimer am liebsten aus der Hand ziehen, als ich in seine Box kam, Also mussten wir erst kurz klären, dass er sei Futter genau dann bekommt, wenn er sich vernünmftig benimmt und hatten somit noch einmal eine Warte-Übung, auch ganz ohne zu Reiten.
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3 Kommentare

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  • Sigi Blümel  
    Danke für den netten Bericht. Ich habe hier gesessen und dabei lächeln müssen.
    Ich finde es toll, dass du dich mit beiden Pferden so gut verstehst.
    Vielleicht bekommen wir auch bald mal Fotos von deinen Ausritten zu sehen ;-)
    Würde mich riesig freuen :-)
  • Marion  
    Hallo Sigi,

    vielen Dank. Fotos scheitern bisher daran, dass ich keine kleine Kamera habe, die ich mitnehmen könnte und beim Handy habe ich Angst, dass es mir doch einmal runterfällt. Aber ich arbeite an dem Problem, vielleicht lässt es sich lösen.
    • Kerstin  
      Ich geb Dir einfach eine von meinen Kameras. Ich brauch ja nun keine zwei mehr und dann kannst Du damit Bilder machen. Ich wollte ja eigentlich eine im Stall lassen, aber da hab ich Sorge wegen der Feuchtigkeit.
      Ich laß Dir am Dienstag eine im Schrank. Die kannst Du dann mit nach Hause nehmen :-)

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