Stallgeflüster

Wieviel Natur vertragen wir?

Vor zwei Wochen oder so, war Hannes Jaenicke im Kölner Treff zu Besuch. Als Schauspieler kenne ich ihn nicht bewusst, und habe ihn nun schon mehrmals zum Thema Tier/Naturschutz in Talkshows gesehen.
Er ist bei dem Thema wohl wirklich engagiert.
Das Thema kam dann auch wieder auf Problembär Bruno, der ja schon 2006 in Bayern erschossen wurde. Hannes Jaenicke erzählte dann, dass im Rahmen seiner Arbeit in alten deutschen Archiven gesucht wurde, um zu gucken, ob es irgendwo Hinweise von Angriffen auf Menschen durch Bären gab. Aber es gab keinerlei Fundstellen.
(Das kann man jetzt kritisch hinterfragen: Wieviel Bären gab es nach dem Jahr 1100 noch in Deutschland...)
Er wies darauf hin, dass es in Südosteuropa eine relativ große Bärenpopulation gibt, in einem Land, das so groß wie Hessen ist.(Ich glaube es war Rumänien.)
Dann kam der Satz, an dem ich hängen geblieben bin:"Wir spenden für Bären in Russland und Tiger in Indien. Sollen die doch da mit den Tieren klar kommen, aber Bären oder Wölfe wollen wir hier nicht haben, weil wir hier nicht mit ihnen leben wollen."

Ich hatte die Diskussion anfang des Jahres auch mit unserem Hufschmied, der es nicht gut fand, dass wieder Wölfe in Deutschland angesiedelt werden. Seiner Meinung nach würden die nur angesiedelt, damit die Jäger eine weitere Trophäe jagen können.

Persönlich habe ich mich immer gefreut, wenn ich irgendwo lesen konnte, dass Wölfe aus Polen nach Ostdeutschland eingewandert sind und dort heimisch werden und sie sich langsam immer weiter ausbreiten.

Aber: Aufmerksame Leser haben sicherlich bemerkt, dass wir in den letzten Wochen immer wieder die kleine Gruppe Rehe erwähnen, die jetzt in Hofnähe über die Felder streifen. Und mit denen zu leben ist schon echt schwierig: Unser Hofjäger bat darum, dass wir darauf achten, sie nicht in Richtung Landstraße zu treiben. (Würden wir absichtlich nie tun, aber man muss halt schon schauen, dass man Ihnen Platz zum Ausweichen lässt.)
Sowieso wollen wir den Tieren nicht zu nahe kommen: Zum einen wollen wir Ludwigs Jagdtrieb nicht zu sehr herausfordern und zum anderen findet Magic die Rehe seltsam.
Ich fürchte aber, je mehr sie merken, dass wir ihnen nichts tun, desto geringer wird die Distanz zu uns werden.

Und ich für mich merke: Meine Toleranz ggü. Natur und Wildtieren wird von diesen fünf Rehen schon massiv auf die Probe gestellt. Sie sind halt oft "im Weg". Seitdem mir das bewußt wird, hinterfrage ich mein Einstellung auch bzgl. der Wölfe und Bären...




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