Freizeitreiter erzählen

In der Bahn -27- bis -29-

Ich hätte nicht gedacht, dass ich drei Bahngeschichten aus zwei Fahrten holen kann, das ist schon lange nicht mehr passiert.



Auf der Heimfahrt: In Köln Hbf steigen zwei Omis in die S-Bahn ein. Sie wollen eigentlich nach Aachen und fahren jetzt erstmal mit der S-Bahn bis Düren

Um dann umzusteigen.

Das ganze fing schon gut an: „Wir sitzen, der könnte also eigentlich losfahren“
In dem Augenblick beschloß ich mein Tablet rauszuholen und lieber einen Film weiter zuschauen, als mir das Gespräch anzuhören. Aber da ich die Lautstärke

Nie zu sehr aufdrehe bekam ich doch mehr mit als ich wollte.

Das Gespräch begann bei der Enkelin mit der die beiden wohl den Tag verbracht hatten, und wie lieb und nett die doch sei. Und wieviel Glück sie hätten, und wie

Ünglücklich, die Freunde ohne Enkel. (Hier wurden dann diverse Namen durchgehechelt..)

Eine andere Enkelin/Tochter hatte wohl ein sehr persönliches Buch über ihre Erfahrungen (Beziehung beendet und Afrikaaufenthalt?) und das war der Oma zwar peinlich das alles

Zu lesen, aber einem Psychologen wollte sie es dann schon mal geben ;-)

Dann stellte man fest, dass die Bahn jetzt an jeder Hundehütte hält,

Nun erwähnten, sie dass sie beide müde seien, nach dem anstrengenden Tag. Sie seien ja um kurz nach 6 aufgestanden.

Nachdem ich jetzt auch Ihre Bettgehzeiten kenne, erzählte die eine von beidem von Ihrem Computer, auf dem sie sich immer einloggen müsse, und der immer der meinung

Gewesen sei, dass er (also der computer) gefährdet sei, und dann kam ein junger der hat ihr dann einen kostenlosen Virenscanner installiert und dann bar 15 Euro kasssiert, damit er sich

Nicht noch die Arbeit mit der Rechnung machen muss ;-)

Und jetzt müsse sich der Virenscanner immer aktivieren(jaja, das auch, aber sie meinte aktualisieren.. Ich war ja kurz davor mich einzumischen.)

Dann ging es um die Ohrringe die die Enkelin zu Weihnachten bekommen hatte. Zu Juwelier Christ würde man nicht gehen, der wäre ja nicht teuer genug.

Leider waren die Ohrringe dann teurer als die geplanten 1000 Euro. Aber als die Enkelin sagte: „Teil dir das doch mit Mutti“ sagte die Omi: „Nein, ich will doch ein ganzes Geschenk machen…“

Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, dass ich mein Tablet wieder einpackte um auszusteigen und da verriet ich den beiden noch, dass sie noch zwei Stationen zu fahren hätten.

Da wurden sie dann auf mein Tablet aufmerksam und die eine Fing an zu fragen:“Sie hätte ja auch eins, würde das aber nicht nutzen, was ich denn da so machen würde? Und da müsste man sich doch auch einloggen“ Da lächelte sie nur nett an und meinte: „da kann ich jetzt weder ja noch nein Sagen…..“ Da juckte es mich ja schon, noch mal nach einer Visitenkarte zu suchen, und der Frau ein wenig Nachhilfe anzubieten.
Aber ich weiß ja auch, warum ich das nach einem Jahr wieder aufgegeben habe, und anfangen will ich das nicht mehr.


Heute morgen gab es dann zwei erwähnenswerte Dinge.

Irgendwo in der Bahn saß ein junger Mann, der eine Stadionansage des 1. FC Köln als Klingelton hatte. Und den mussten wir heute morgen zweimal hören. Und das zweite Telefonat wurde dann etwas länger, weil er eine Geschichte vom Vortag erzählen wollte,die ihm auf der Arbeit passiert war. Aber es tut mir leid, was auch immer er da erzählte, das war keine zusammenhängende Geschichte. Ich habe nur in Ansätzen verstanden, was da passiert ist. Und er war jetzt schon zu verstehen..
Der Mensch am anderen Ende kann die Geschichte auch nicht verstanden haben. Und irgendwie habe ich die Befürchtung, dass die Zahl der Menschen, die einfache Geschichten nicht mehr erzählen können, mehr werden. Ich für mich finde diese Vorstellung ziemlich erschreckend.

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Und dann saß mir da noch dieses junge Pärchen gegenüber. Beide vielleicht gerade zwanzig oder ein bisschen älter. Sie mit zwei Piercings im Gesicht und er mit roter Baseballkappe den Schirm schief nach hinten und die Laptoptasche umgehängt. So richtig lange schienen sie noch nicht zusammen zu sein: Viel Geknutsche und irgendwann dann der Spruch "Ich bin mal gespannt, was DU dir zu Valentinstag" einfallen lässt. Ihr Handy hatte Sie dauernd in der Hand: Ein Galaxy S3 mit total kaputtem Display. Und sie war geübt im Umgang damit.... Das muss echt ärgerlich sein.. wenn einem so ein teures Teil kaputt geht. Schön auch: Als Taschentuchersatz hatte sie eine Rolle Klopapier in der Handtasche. Ob alle Frauen mit großer Handtasche Klopapier mithaben? :-)

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3 Kommentare

Linear

  • Sigi Blümel  
    Lustig - vor allem das mit den alten Damen.
    Das erinnerte mich gleich wieder daran, daß wir überlegen wie wir die Fritz Box von Lan auf Wlan umstellen, damit Volker sein Kindle mit Büchern aufladen kann **grübel**.
  • Mumin  
    *gggg*


    Und nein,nicht in jeder großen Tasche ist Klopapier ;-)
  • Sigi Blümel  
    Hehe, ich nehme ja gar keine Handtaschen mit. Somit dann auch kein Klopapier ;-)
    Liegt vielleicht auch daran, daß ich mir dann doch lieber Papiertaschentücher (um keine Werbung zu machen) in die Hosentasche stecke ;-)

    Ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie Chrisitan in der Bahn sitzt und immer beobachtet, welche Frau welche Handtaschengröße bei sich hat. Und dann immer überlegt, ob sich in einer großen Tasche nun jedesmal eine Rolle Klopapier befindet. Kannnnnn ja auch mal nützlich sein, so eine Rolle **gg**

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