Erritten
Ich weiss nicht genau, wo ich beginnen soll. Obwohl ich eigentlich einen guten Orientierungssinn habe, (das heißt wenn ich irgendwo losgehe, komme ich auch irgendwann an meinen Ausgangspunkt zurück, im schlimmsten Fall, in dem ich den ganzen Weg zurückgehe), habe ich keinen guten Sinn für meine Umgebung. Wenn man mich nach Straßennamen fragt, weiss ich oft nur eine ungefähre Richtung... Und genauso ist es bei unseren Ausritten. Ich würde immer wieder zurückfinden, aber welches Dorf jetzt genau vor uns liegt kann ich fast nie sagen. (ok, es wird besser... ich lerne langsam die Kirchtürme zuzuordnen)Worauf ich aber eigentlich hinaus will, ist das Folgende: ich lerne die Gegend hier durch unsere Ausritte ganz anders kennen. Zum einen, weil wir wirklich viel unterwegs sind und Strecken zurücklegen, die man zu Fuß gar nicht zurücklegen könnte.
Und interessanterweise ist das Erleben der Gegend etwas ganz anderes zu Pferd als das auf dem Fahrrad oder zu Fuß mit Hund der Fall ist. Den Hund erwähne ich deswegen, weil ich früher stundenlang mit dem Hund meiner Eltern unterwegs war. Und das war nun auch ein Erleben der Natur mit einem Tier.
Ich frage mich seit geraumer Zeit, wo der Unterschied liegt. An der Perspektive? Passt das Pferd "besser" oder "schlechter" in die Gegend? Ich weiß es nicht. Es ist eine Erfahrung, die ich gemacht habe, aber nicht fassen kann.
Ein Aspekt ist mir hier auch noch wichtig: Wenn ich jetzt mit dem Auto unterwegs bin, nehme ich die Gegend nochmal ganz anders war. Ich bin vertrauter mit der Gegend, ich kenne zu viel mehr Wegpunkten kleine Geschichten, die uns unterwegs passiert sind. Und das ist das, was ich mit dem Titel meinte: Wir haben uns -zumindest für mich - die Gegend erritten. Ich mag das Buch "Der kleine Prinz" nicht, aber da wird es passend beschrieben: Ich habe mir die Gegend vertraut gemacht. Juristisch und finanziell wird die Aussage nie stimmen, aber irgendwie denke ich doch immer wieder "Meins" oder "Meine Gegend" . Während des Schreibens noch überlege ich, ob der Ausdruck "Meine Heimat" zu meinen Gedanken passt. Ich muss feststellen, ich weiß es nicht. Es liegt wahrscheinlich daran, dass mir der Begriff Heimat zu emotionsbehaftet ist.
Diese Vetrautheit fasziniert mich.








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