Einträge für Juli 2010

  • Juli, 2010
  • Der Haflinger - Eine Rasse Beschreibung

    Heute bin ich rein zufällig über Mirjam's Blog gestolpert.
    Ihre Texte sind wirklich super und witzig. Sie hat ihre Texte zuerst in einem Forum veröffentlicht und sie später in einem Blog versammelt.
    Und man darf die Texte kopieren und veröffentlichen, wenn man sie als Urheberin angibt.

    Ich habe sie angeschrieben, dass ich einige Ihrer Texte hier einstellen möchte. Antwort steht noch aus, aber ich fange trotzdem mal mit ihrer Beschreibung des Haflingers an:

    1 Der Haflinger - Hippo Alpinus Fett Nett


    Ursprung:

    Der Haflinger Hippo Alpinus Fett Nett entstammt der einzig fruchtbaren Chimären-Kreuzung aus einem Wollnashorn (aus diesem Heterosiseffekt konnte es die Eiszeiten überleben) und früher vorhandenen, von Hannibal verlorenen Kamelen (daher die blonde Farbe und die Fähigkeit Nährstoffe gut zu verwerten und zu speichern).Die Ureinwohner der Gebirgsregionen schätzen letztere Eigenschaft sehr und dies war wohl der Grund zum Rasse-Erhalt für dunkle, kalte Wintermonate - so ein mittelgroßer Haffi-Schinken paßt grad noch in jeden Räucherkamin.

    Grundsätzlich ist die Rasse bei der Ordnung der Horsus in die Gattung der Rundlinge einsortieren mit der besonderen Unterart der Alles(An)Fresser (gewagte Horsulogen leiten hieraus eine Verwandtschaft zur Ziege ab a.d.R.).

    Diese Eigenschaft hat inzwischen im gesamtdeutschen Pferdebereich für erhebliche Artverdrängungsprobleme gesorgt - als Neozoen (fremd eingeschleppte Tierarten a.d.R.) finden sich inzwischen Populationen bis nach Schleswig-Holstein hinauf!

    Kombiniert mit der ernormen Fruchtbarkeit diese Rasse (hochnäsige Stuten behaupten beim Weideschnack unter dem Huf, dass Haflinger gar keinen Stolz hätten und mit ~ jedem ! ~ …!? so dass es auch zu vielen Kreuzungsendprodukten kommt…) und diversen gewieften Züchter-Marketings-Slogans “Haflinger - DAS Familienpferd!” (gegen die inzwischen vor dem EU-Gerichtshof mit allen rechtlichen Mitteln vorgegangen wird a.d.R.) und dem Damoklesschwert jedes Futtermittelhändlers - Haflinger brauchen nur an Futter riechen um zuzunehmen, ergo kostengünstigste Futterverwertung - müssen wir uns wohl über kurz oder lang mit dieser Rasse anrangieren.

    Eignung:

    Von der Zweitnutzung Zugpferd im Wald blieb vor allem das Motto des Haflingers übrig: JETZT ERST RECHT! und kann vom Menschen nur positiv genutzt werden, wenn er eine schwere Kutsche am Hang hinauf zerren soll…

    Astrologisch betrachtet gehören Haflinger deswegen in das Sternzeichen des Zwillings (jener mit den zwei Gesichtern) mit Aszendent Skorpion (egal was er verspricht - er triezt dich doch: Er kann einfach nicht aus seiner Haut).

    Vom Karma her findet sich im Haflinger die (Straf-)Wiedergeburt der Schauspieler - ein Leben lang dick und aus Gründen der Skelettkonzeption fast keine Chance auf der großen Bühne der Elitesporttuniere Applaus zu ernten.

    Vom Charakter her sind Haflinger eine Mogelpackung. In der Natur nennt man es Mimikri: Geschickt täuschen sie mit einer inzwischen zugelegten Weißmähne mit Wuschelbonus (”hübsch = nett = freundlich”!?) ein Teddybären-Image vor und nur geschulte Kenneraugen entdeckten unter diesem dominant-vererbten Äusseren manchmal das Glitzern eines Arabärs in den Augen (Großmutter war fremdgegangen brachte die Familienaufstellung nach Hellinger hervor!).

    Hinzu kommt wieder derim Geiste auftauchende Schauspieler - er bringt Menschen zum Lachen & zum Weinen, und wechselt die Launen wie ein Rollen in einer Komödie.

    Handhabung:
    Aber: Ein Hafl ist sehr gut berechenbar. Die Formel lautet:

    Die Wurzel aus (Masse x Beschleunigung) mal (logHirnvolumen) x Paradoxon vom Föneinfluss
    plus Reaktionsverschleppung Reiter
    plus Erfolgserlebnis Pferd
    minus Gutmütigkeit


    Wer intellektuell nicht aus dem Stand heraus in der Lage ist das zu kalkulieren - ist keinem Haflinger gewachsen und sollte ich auch keinen zulegen!!! Organisch hat der Haflinger eine gendefinierte Nerven-Rückmeldungs-Störung des Magenschließmuskels, so kennt er die Bezeichnung und Gefühl “Satt” nicht. Bitte bei der Haltung berücksichtigen! Das Gebäude wird recht unterschiedlich beurteilt. Folgend vom Laien und vom erfahrenen Reiter:

    Die Mähne ist superhübsch und wuschelt so schön!
    Man kann sich auch totputzen und für den Schweif braucht es bei Stuten Bleichmittel. Die Mähne ist ein guter Notfallgriff. Der Haflinger hat so eine praktische Größe! Nicht zu groß, schön und knuffig!
    Das Tier besitzt ausreichend Bodennähe und gut ausgebildete Hebel im Hals und Rückenbereich. Reiter - Achtung!

    Der Rücken sieht aus wie ein Sofa.
    Wie soll darauf ein Sattel halten!? Padda-Fix?

    Die Hufe sind wunderbar hell & pflegebedürftig!
    Ihr Hufschmied schickt chronischen Kunden schöne Weihnachtspräsente. Ist der Zuchtverband bestochen worden!?

    Wenn das mit dem Be-/Reiten nicht klappt - dann sieht ein Haffi auch (rumstehend) auf der Koppel gut aus!
    Haffis ordentlich einreiten kostet unendlich Mühe - i.d.R. gibt der Reiter eher auf und Haffi ist am Ziel der Blockade.

    Und doch - sie sind erziehbar, denn der Haflinger hört auf zwei Dinge: Futter und Liebe.

    –> Im Optimalfall treffen der Herr des Futters und derjenige, der in dem Pferd einen Ersatzpartner sucht, zusammen und für diese Person wird dann der Haflinger, alles, aber auch alles! tun <–
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  • Nochmal zwei Zeichnungen

    Joscha Sauer von nichtlustig.de hat wieder zwei Zeichnungen mit Reiterbezug erstellt.

    Zebra reiten...


    Jockeys

    Ich finde beide ziemlich gut.

    Meine Chefin hat übrigens den Nicht-lustig Kalender im Büro stehen. Der sorgt immer für Erheiterung. Wenn also mal ein Weihnachtsgeschenk benötigt wird, ist der Kalender sicherlich nicht die schlechteste Notlösung.
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  • weiter geht's

    Trotz den Entscheidungen zum "Umbruch" muß das "Tagwerk" erledigt werden.
    Da Christian ja etwas "schwächelt" ;-) , radelte ich um 9 Uhr heute Morgen allein zum Stall.
    Joey und Sassico kamen zu mir und ich ließ sie auf den Paddock. Dort steht immer noch etwas Gras und sie knabbern dort gern. Die Beiden waren gestern und heute sehr heftig von Fliegen belagert. Sie taten mir wirklich leid. Die Fliegen waren extrem nervig. Auch mich "attackierten" sie immer wieder.
    Im Stall war es nicht besser. Die Luft war voll von Fliegen und überall SUMMTE es.
    Ich machte mich als erstes ans Ausmisten.
    Da ich am Freitag ebenfalls schlapp gemacht (im wahrsten Sinne des Wortes) gemacht hatte und wir am Samstag durch das Probereiten nicht viel Zeit bei Joey und Sassico verbringen konnten, war einiges liegen geblieben.

    Nach einer Stunde waren die Ställe leer und ich mußte "nur" noch die Pferdeäpfel einsammeln. Als ich damit und dem Einstreuen fertig war, war auch bereits fast Mittag.
    Ich nahm mir noch etwas Zeit und stärkte mich mit zwei Vollkornbrötchen und einer Fruchtschnitte.
    Gut gestärkt holte ich dann Sassico's Sattelzeug und machte ihn reitfertig.
    Kurz nach 12 ging es los. Wir ritten die Irresheimer Runde. Der Wind hatte inzwischen aufgefrischt, doch in der Sonne war es angenehm warm.
    Die Wege waren gut und so konnten wir den ein oder anderen flotten Galopp einlegen.
    Auch ein Stoppelfeld nahmen wir im Galopp mit. Da habe ich zum ersten Mal spüren können, was Christian meint, wenn er sagt: "Sassico macht sich kleiner!"
    Im Feld war einiges los: Es wurde gedroschen oder Stroh gefahren.
    Doch Reiter waren keine zu entdecken. So hatten wir beide einen ruhigen Ritt.
    Um kurz vor zwei waren wir wieder am Stall.
    Sassico war sichtlich entspannt, nachdem er mal endlich wieder laufen durfte (das war ja in den letzten Wochen doch etwas zu kurz gekommen, vor allem wegen der Hitze).
    Ich sattelte ihn ab und er marschierte geradewegs auf die Weide.
    Joey hatte während der ganzen Zeit im Stall gestanden und eine Portion Heu gemümmelt.
    So konnte ich ihn dort einsammeln und schon mal auf den Paddock bringen.

    Schnell hatte ich Sassico's gegen Joey's Sattelzeug getauscht und wir machten uns auf den Weg.
    Eigentlich hatte ich vorgehabt auch mit Joey eine größere Runde zu gehen, doch es zogen dunkle Gewitterwolken auf.
    So entschied ich mich für eine kurze dafür flottere Runde.
    Auch Joey und ich galoppierten ein paar Mal und genossen die guten Wege.
    Der Mähdrescher hatte inzwischen ein Feld abgeerntet und die ganze Mannschaft war auf einen anderen Acker umgezogen.
    Nach einer knappen Stunde waren wir wieder am Stall und wurden wie immer von Sassico mit lautem Geschrei erwartet.
    Ich sattelte ab und dann bekamen die Beiden noch ihren Weideriegel. Den finden sie wirklich toll. Wenn er halb so lecker schmeckt wie er riecht, dann kann ich das gut verstehen.

    Flux räumte ich die Sachen auf und dann radelte ich um 16 Uhr wieder nach Hause. Feierabend!
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  • Bewerbung


    Neue Stellung Gesucht

    Verehrter Interessent!

    Ich habe jetzt über 2 Jahre hart daran gearbeitet, meinen Besitzern klar zu machen, dass das, was sie Wanderreiten nennen, mir keinen Spass macht. Was habe ich davon einmal die Woche dahin zu laufen, wo es nicht viel anders ist als zuhause, und dann wieder zurückzulaufen.
    Und ich muß sagen, es war wirklich harte Arbeit, bis die gemerkt haben, dass ich da keinen Bock drauf habe.
    Die ersten zwei Jahre waren ja ok, wir zockelten ein bisschen um den Hof rum, waren schnell wieder zu hause und es gab immer mal was neues zu sehen.
    Aber irgendwann kamen die auf die Idee, immer länger unterwegs zu sein... Wie gesagt ich verstehe nicht warum. Zuhause ist es doch am schönsten.
    Apropos zuhause, werfen Sie mal nen Blick auf meinen Mitbewohner. Das ist nen komischer Kauz. Im Schritt kann es nicht schnell genug gehen. Im Trab und Galopp kommt der dann nicht aus den Füssen. Und PSST! Ganz unter uns: ich bin ja so froh, dass zwischen dessen Beinen nicht mehr hängt. Der ist nämlich garantiert schwul... Und Aufpassen tut der auch gar nicht. Egal was in der Gegend los ist, der steckt seinen Kopf ins Heu oder ins Gras. Der guckt nach fast nichts. Aufpassen muss ich immer alleine. Tag und Nacht. Der verlässt sich voll auf mich. Faire Arbeitsteilung ist DAS nicht.
    Ich wäre wirklich froh, wenn ich nachts wieder ne vernünftige Box in nem Stall hätte, ne ordentliche Portion Heu und meine Ruhe.
    Tagsüber Wiese fände ich zukünftig auch nicht verkehrt. Aber nen paar Kumpels mehr wären super. Dann brauche ich vielleicht nicht mehr aufpassen und kann mich mehr aufs Fressen konzentrieren.
    Aber ich bin abgewichen: Eigentlich will ich ja nen neuen Job. Aber vorher muss ich mal was zu dem jetzigen Job sagen: Das passt mir gar nicht. Das Arbeitspensum ist ja eigentlich in Ordnung: 12 Stunden und mehr können es in der Woche schon sein. Aber muss man das auf 3 Tage verteilen. Die Besis meinen ja, sie würden das Zeitlich nicht anders hinkriegen, angeblich haben die auch nen Job. Aber ich habe noch nie irgendeinen Zweibeiner arbeiten sehen.
    Also was ich eigentlich sagen wollte. Ich würde lieber öfter aber in kleineren Zeitpaketen arbeiten. Immer mal was neues lernen ist auch gut, aber wenn ich dass dann kann, will ich das nicht drei Tage hintereinander vorführen müssen. Auch drei Tage hintereinander Bodenarbeit ist total doof.
    Übrigens kann ich Kopfarbeit nicht so gut, wenn ich körperlich nicht so ausgelastet bin. Aber wenn darauf Rücksicht genommen wird, geht das ziemlich gut.
    Auf dem Reitplatz haben wir ganz selten mal gearbeitet, aber das ist nicht uninteressant, da muss ich immer aufpassen, was als nächtes verlangt wird.
    Da kann ich bestimmt richtig gut werden. Früher habe ich mal den Trab mit Spanischem Schritt kombiniert. das hat bestimmt toll ausgesehen. Aber irgendwie wollte das keiner. Alles Kunstbanausen.
    Im Gelände kann ich ja vorher schon sehen, wann wir abbiegen oder so. Und unsere Galopp- und Trabwege kenne ich auch schon. Ich glaube, ich könnte die Strecken auch alleine ablaufen und nach dem Rechten schauen. (Vielleicht brauche ich wegen dem leckeren Gras unterwegs etwas länger, aber das macht ja nichts)
    Vielleicht können wir auch mal was machen, was meine Kraft so richtig gebraucht wird. Ich würde ja schon gerne ausprobieren mal ne schwere Kutsche zu ziehen oder so.
    Ich kann auch ganz schnell Geschwindkeitswechsel. Da kann man bestimmt im Westernbereich tolle Sachen machen. Den passenden Sattel habe ich ja schon. ;-)
    Und nen geregelten Tagesablauf hätte ich gerne: Da kann ich mich dann viel besser drauf einstellen. Das würde mir sicherlich guttun.

    Kinder finde ich ok, Streicheleinheiten reichen in kleinen Dosen.

    So, ich freue mich auf interessante und passende Jobangebote. Ich bin übrigens flexibel und würde für eine neue Stelle auch umziehen.

    MfG
    Sassico, Haflinger

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    Ich glaube, so ähnlich würde es klingen, wenn Sassico ne Bewerbung schreibt. Wobei ich manchmal fürchte, dass wir da nicht so gut wegkämen. :-)
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  • Es wird biblisch

    Ich hatte Donnerstag und Freitag schon einige Telefonate geführt. Die Besichtigung, die wir uns ursprünglich für heute vorgenommen hatten, fiel aus.

    Eine Besichtigung haben wir dann spontan vorgezogen. Ich hatte eigentlich ein sehr distanziertes Gefühl: Traberwallach, 11jährig, westerngeritten, angegebener Preis war ok, allerdings sollte der maß-angepasste Westernsattel extra kosten. Das Stockmaß war mit 160cm angegeben. Das war wirklich die Obergrenze für mich .
    Etwas misstrauisch war die Aussage am Telefon: Kein Anfängerpferd und die ersten Käufer haben ihn nach zwei Wochen zurückgebracht.

    Aber gut, irgendwann muss man ja mal anfangen und sich ein Pferd angucken. Also habe ich da heute morgen angerufen, mir die Adresse geben lassen und dann ging es ab ins Auto.
    Die Wegbeschreibung, die ich mir ausgedruckt hatte, hatte ich mir nicht genauer angeschaut. Etwas erstaunt waren wir dann, als wir bei Kripp mit der Autofähre über den Rhein setzen sollten. Das war dann nochmal ein besonderes Highlight für uns.

    Als wir dann ankamen wurden wir nett begrüsst und konnten den Wallach dann anschauen. Er hat einen sehr hohen Widerrist, der Rücken ist dann etwas tiefer. Optisch fand ich ihn direkt gut. Wir erzählten erst ein bisschen, und irgendwann ging ich dann auf den Paddock. Er schnupperte mal, und dann konnte ich ihn direkt überall berühren. Er gab problemlos Hufe, (alle 4) Er war neugierig, interessierte sich für uns, war aber nicht aufdringlich.
    Süss, wie er mich abschnupperte, um nach Leckerchen zu suchen. Da bin ich von meinem Hafi andere Aktionen gewöhnt.
    Jetzt wo ich weiss, dass das ein "Betteln" ist, würde ich das natürlich nicht mehr dulden.

    Zurückgekommen von den ersten Käufern ist er wohl, weil er denen zuviel Vorwärtsdrang hatte und der Mann für den er gedacht war, war absoluter Anfänger. Das Käuferpaar versuchte das Pferd in der Probezeit noch schlecht zu machen, um den Preis zu drücken. So kam er dann zurück.

    Er ist wohl mal ein paar Trabrennen gelaufen, war aber nicht erfolgreich. Daher wurde er dort relativ schnell ausgemustert. Die jetzige Besitzerin hat ihn jetzt 5 Jahre.

    Jackson, oder Jack, wie er genannt wird, bekam dann das Knotenhalfter auf, wurde ans Tor gestellt und blieb stehen. Dann wurde er gesattelt und eine Freundin der Verkäuferin begleitete uns ins Gelände.

    Die ersten 3 Wege durch das Dorf habe ich ihn dann geführt. Jack war sehr aufmerksam, blieb ordentlich hinter mir, guckte nicht links und nichts recht, und blieb stehen, wenn ich stehen blieb.

    Das Aufsteigen war kein Problem, er blieb auch dabei 1a stehen. Der Schritt war zügig, aber angenehm zu sitzen. Bei einigen Dingen wurde er aufmerksam, aber er ging überall problemlos vorbei.

    Seine anderen Gänge auszuprobieren war ein bisschen doof, weil es schon sehr gebirgig war und man im Wald oft nicht weit gucken konnte,
    Aber wow, die 6 Wochen Beritt konnte man merken, Das Pferd trug sich gut, Nahm beim ersten Galopp den Kopf weit runter.
    Ich konnte sowohl im Trab als auch im Galopp gut sitzen. Er ist natürlich schneller als Sassico, aber ich bekam keine Angst. Das finde ich ja schon wichtig. Dadurch dass ich nur kurze Strecken Tempo machen konnte, heizte er sich etwas auf, wurde im Schritt etwas aktiver und wollte laufen, Aber er liess sich händeln und blieb im Schritt.

    Den Rückweg ist dann Kerstin geritten. Als ich nach einem Galopp von hinten aufholte, erschrak das Begleitpferd, Jackson blieb ruhig.
    Das hatte die Besitzerin aber auch angekündigt. "Jack bleibt cool, wenn die anderen sich aufregen"
    Kerstin führte auf dem Rückweg und war da auch mit seinem Verhalten zufrieden.

    Nach dem Absatteln hat Kerstin dann noch versucht, mit ihm Bodenarbeit zu machen. Prinzipiell kennt er Bodenarbeit, aber da gab es die gleichen Verständigungsprobleme wie beim Reiten: Sagt man Wooaa, Steh oder halt?
    Jack versuchte Kerstin bei der Bodenarbeit zu gefallen und man sah ihm an, dass er nachdachte und versuchte die Aufgaben zu lösen. Kein Anzeichen von Widersetzlichkeit.
    Er blieb auch gerne bei uns stehen, ließ sich kraulen, während wir mit der Besitzerin redeten.

    Er machte insgesamt einen Eindruck, der sehr an Joey erinnere und wesentlich weniger an Sassico.

    Wir hatten uns jetzt 1,5 Stunden mit dem Pferd und seinem Umfeld beschäftigt. Aussagen von Verkäufern kann man nicht nachprüfen, aber wir hatten schon das Gefühl, dass sie ehrlich ist. Die Information, dass er zurückgekommen ist, hätte Sie uns ja nicht geben müssen.

    Kerstin und ich setzten uns dann nochmal 10 bis 15 Minuten ins Auto und diskutierten unser weiteres Vorgehen. Dass er in Frage kam, war klar. Wir hatten bisher kein Haar in der Suppe gefunden. Sollten wir nochmal mit jemand drittes kommen? Auf der anderen Seite müssten wir die Entscheidung sowieso selber treffen. Und jemand drittes würde auch nicht mehr ausprobieren können als wir.
    Aber sollten wir wieder das erste angeschaute Pferd nehmen? Ich habe noch versucht, Gründe gegen Jackson zu finden. Aber mir fiel nichts ein.

    Ich brauche ja immer etwas, bis ich bei solchen Dingen emotional reagiere. Das Pferd ist mir symphatisch, ja, mir ist bewusst, dass ich da was ganze anderes als den Hafi bekomme, und ich noch einiges lernen muss. Aber ansonsten: Keine negativen Punkte, Er bleibt im Budget, was wollen wir mehr.

    Also sind wir wieder hin und haben gesagt, dass wir ihn nehmen, wenn wir ihn nicht sofort nehmen müssen. Aber es ist ja kein Notverkauf. er steht dort direkt am Haus mit zwei anderen im Offenstall. Er wird dieses Jahr also direkt ordentlich Winterfell bekommen.

    Wir haben dann vereinbart, dass wir ihn in den nächsten vier Wochen abholen kommen, dann machen wir auch den Kaufvertrag. Heute haben wir den Handel nur per Handschlag besiegelt. Den anderen Interessenten will sie jetzt absagen.
    Jetzt haben wir Zeit den Hafi zu verkaufen und hoffen, dass wird das jetzt so hinbekommen, dass wir nur eine Woche 3 Pferde zu versorgen haben.

    Verladen soll wohl kein Problem sein, Im Winter ist er bisher immer Barhuf gegangen. Die Eisen hinten werden noch abgemacht, die Eisen vorne können wir dann hier abmachen lassen.

    Achja, warum es biblisch wird? Die Vorvorbesitzer nannten ihn wohl Jakob, und es gibt ja Leute, (nicht wahr, Sigi ;-) ) die immer vom Joseph reden.

    Jakob und Joseph, wenn das nicht mal biblisch ist.

    Wir haben übrigens das Gefühl, dass die beiden charakterlich richtig gut zusammenpassen. Warten wir es ab.

    Hier noch ein paar Bilder, nicht wundern auf fremden Pferden sind auch wir mit Kappe unterwegs.
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  • Ein Jahr zum Abhaken?

    Seit gut einem Monat habe ich immer mal wieder komische Schmerzen in der linken Hüfte. Da diese immer nur nach Belastung auftreten und regelmässig nach einigen Tagen wieder verschwinden, war ich dann diese Woche doch mal beim Doc.

    Komisch fand ich, dass es auf der linken Seite wehtut, bei der ich immer das Gefühl habe, dass der Steigbügel länger ist, und dann guckt irgendjemand und stellt fest, dass die Bügel gleichlang sind.

    Naja er fühlte dann meine Hüfte ab und stellte fest, dass es nicht die Hüfte ist sondern ein Riss im Bauchmuskel.
    Das heißt im Endeffekt, dass ich mindestens die nächten drei Wochen nicht Reiten sollte.
    Eigentlich fällt auch ein Großteil aller anderen körperlichen Tätigkeiten weg.

    Das heißt, nach einem zu langen Winter, in dem wir wenig geritten sind, einem heißen Juli fällt für mich jetzt auch noch der halbe August reiterlich aus.

    Und wenn es ganz doof, läuft ist der Ritt am letzten Sonntag für mich der letzte auf dem Hafi gewesen. So habe ich mir das allerdings nicht vorgestellt.
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  • Es gibt für alles eine Zeit

    und dieses Wochenende war die Zeit eine Entscheidung zu treffen. Hätte mir jemand vor 24h gesagt, dass ich das folgende schreibe, hätte ich nur ungläubig den Kopf geschüttelt.

    Wir haben in den letzten 20h den Entschluss gefasst Sassico durch ein anderes Pferd zu ersetzen. Das heißt wohl, dass wir ihn verkaufen und etwas anderes kaufen.

    Gestern nachmittag kam Kerstin von den Pferden. Sie hatte mit Sassico mal wieder Hängertraining gemacht. Er war aber mal wieder nicht bereit zu kooperieren. Kerstin kam gestern sehr gefrustet nach hause, und wir sprachen zum ersten Mal diese Gedanken aus, die wir uns bisher immer verboten haben.
    Schließlich war es für uns gesetzt, das wir kein Pferd verkaufen, und unsere Pferde bei uns eine Lebensstellung haben.

    Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht, und sie fühlt sich -rein rational gesehen- leider sehr richtig an.

    Ich versuche mal unsere Gründe darzulegen, mündlich geht das sehr gut, schriftlich finde ich das viel schwerer.

    Egal wie man anfängt, es kommt immer auf einen Punkt: Wir passen nicht zusammen.

    Da sind zum einen die Dinge, die wir mit Sassico machen. Er lässt nie, aber auch wirklich nie, Freude und Spass erkennen. Wir bekommen von ihm nur zwei Reaktionen: er erduldet, was wir mit ihm machen, oder er geht auf Konfrontation.
    Wir wissen nach 5 Jahren noch immer nicht, woran er Spass hat. Ausreiten? Nach einer Stunde fängt er an zu schleichen, weil er keine Lust mehr hat.

    Bodenarbeit? Alles was über 15 bis 20 Minuten hinausgeht, führt zu Abwehrreaktionen seinerseits. Und die sind leider nicht ohne.
    Hängertraining? War solange kein Problem, wie es sehr schnell ging, Pferd rein, zumachen, aufmachen, Pferd wieder raus und fertig.
    Jetzt wo es etwas länger dauert, weil er nicht zulässt, dass wir die Stange zu machen, geht er spätestens nach dem dritten Mal wieder auf Konfrontation.

    Klar, wir haben oft gesagt, dass wir dann nicht mehr fordern als das Hafi geben will. Aber es kann doch nicht sein, dass er uns die Kompromisse diktiert.

    Es wird besser, wenn wir Sassico über mehrere Tage täglich ausführlich beschäftigen. Dann ist er ausgelastet genug, um kooperativer zu werden.
    Das ist wohl typisch für Haflinger: Haflinger brauchen wohl regelmässigste Arbeit.
    Aber das kann und will ich wirklich nicht leisten. Wir haben überlegt, ob wir es 8 bis 9 Monate im Jahr schaffen, ihn unter der Woche 4 mal zu beschäftign, damit er am Wochenende zufrieden ist.
    Das ist uns nur sehr schwer möglich, und wenn die Arbeit mit dem Pferd so zur Pflicht wird, werden wir sicherlich über kurz oder lang die Lust verlieren.

    Wir könnten natürlich immer, wenn wir erwas mehr von ihm wollen (Verladen, Wanderritt usw), zwei Wochen vorher anfangen ihn täglich zu arbeiten. Aber das nimmt ja jede Möglichkeit zu spontanen Handeln.

    Als wir vor 5 Jahren Sassico gekauft haben, suchten wir ein Pferd mit dem man mal ne Stunde oder zwei um den Hof zockeln kann. Er musste nicht viel können, nur brav sein, und ein gewisse Coolness erkennen lassen.
    Nun haben sich aber unsere Anforderungen an ein Pferd ziemlich verschoben, und Sassico kann und will diesen Ansprüchen wohl nicht genügen.
    Er hat einfach keinen Spass daran stundenlang durch die Gegend zu zockeln. Ausritte sind für ihn leider keine geistige Herausforderung mehr, weil dort einfach nichts passiert, was ihn kopfmässig fordert.

    Nun haben wir ja auch einiges probiert, um ihn mehr an das Wanderreiten heranzuführen. Bei Joey haben wir ja das Gefühl, dass er Spass hat wenn die Ritte länger sind, Kerstin behauptet ja, dass er noch motivierter ist, wenn wir mit den Packtaschen kommen.
    Aber bei Sassico hat man das Gefühl nicht.

    Es macht mir ja nun auch keinen Spass, spätestens nach 2h mit meinem Pferd hintern den anderen zu herzu zockeln, weil er das Tempo nicht mehr halten kann. Dauerndes Treiben ist ja auch nicht sinnvoll, und dass die Mitreiter immer warten müssen, macht ja auch keinen Sinn.

    Es ist jetzt nicht so, dass ich hier jetzt absichtlich alles "schlecht" reden will, wir waren jetzt nur mal ehrlich uns selber gegenüber.
    Aber wenn man jetzt hier ein Fazit zieht, muss man sich fragen, ob es fair ggu. Sassico ist, wenn er nur Dinge leisten soll, die ihm keinen Spass machen.

    Ich habe mir anfang des Monats (vor der grossen Hitzewelle) mal testweise eine Stunde auf der Wiese gemacht und mir ein paar Dinge zeigen lassen, was Sitz und Zügel angeht. Das war seit langem das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, dass Sassico interessiert und aufmerksam mitarbeitet.
    Vielleicht sollten wir ihm einen Platz suchen, an dem er regelmässiger in kleineren Einheiten gefordert wird.

    Sassico hat in den letzten 5 Jahren viel gelernt, aber wenn wir ein kritisches Fazit ziehen, ist das in unseren Augen nicht genug.
    Wir sind ja schon immer mal wieder darauf angesprochen worden, ob wir Sassico nicht austauschen wollen. Wir haben immer scherzhaft geantwortet: "Wer will den denn kaufen? Und wenn wir ehrlich sind , kauft den doch keiner."

    Aber wir kennen ihn jetzt gut genug, um auch seine Stärken bei einem Verkauf in den Vordergrund stellen zu können und auch Möglichkeiten an seinen Schwächen zu arbeiten können wir aufzeigen. Wir selber haben leider nicht die Fähigkeiten, um das hinzubekommen.

    Wir könnten natürlich auch sagen, dass wir nur das machen, was Sassico zulässt: also immer mal zwei Stunden die Woche um den Hof zockeln. Aber ich denke, auf Dauer würde er darunter leiden müssen, dass er uns so einschränkt.

    Und ist es nicht fairer, zu versuchen ihm einen Platz zu besorgen, an dem von ihm das gefordert wird, was ihm Spass macht?
    Ich denke schon.

    Also rational steht die Entscheidung, aber emotional geht es mir noch nicht ganz gut damit. Ich habe ein wenig das Gefühl, ihn zu verraten. Aber ich sage mir immer wieder, dass ich ihm und seinen Interessen nicht gerecht werden kann, so wie er meinen Interessen nicht gerecht werden kann. Und da muss man doch nicht zusammen bleiben.
    Ich würde ihn ja auf die Wiese stellen, aber er ist mit 11 Jahren einfach zu jung für die Rente. Und auch das würde ihm nicht gerecht.

    Und noch was zu den Emotionen: Ich werde zu einem Pferd nie eine so enge Beziehung aufbauen können, wie es irgendwelche Pferdemädchen machen. Ich bin halt kein grosser Knuddler. Aber das bisschen knuddeln, dass ich Sassico anbiete, wird immer nach sehr kurzer Zeit von ihm beendet.

    Jaja, ich weiss, Pferde haben keine Emotionen. Trotzdem sollte nach 5 Jahren die Beziehung zwischen uns beiden enger sein.


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