Als Joey dann einigermaßen ruhig hinten ging, durfte er zur "Belohnung" wieder nach vorn. Und dann ging die Rennerei los. Er hatte einen so flotten Marsch drauf, daß die anderen Beiden nicht wirklich mitkamen. Doch so war er wenigstens entspannt. Alle paar Minuten ließ ich ihn anhalten (ok er lief selbst dabei rückwärts, denn er mochte nicht stillstehen), um auf die anderen zu warten. Ich dachte, daß würde wohl bald etwas nachlassen, denn es wurde wärmer und ich glaubte er würde irgendwann müder werden. Ich sage schon mal vorweg: Das passierte nicht ! Die Wärme stört ihn ja bekanntlich nicht und müde hab ich ihn heute nicht erlebt (nicht mal, als wir wieder zu Hause waren).
Nach einer Weile trabten wir nochmal einen Grasweg. Kurz vor dem Ende sah ich, daß Sassico einen hinteren Hufschuh verlor. MIST ! Nun gut: Schuh aufsammeln, wieder anziehen, aufsteigen und weiter ging's.
Sonja hatte für heute eine sehr sehr schöne Route ausgetüftelt (VIELEN lieben Dank noch mal an dieser Stelle). Vom Stall aus führte uns der Weg zunächst nach Lüxheim. Da in Hochkirchen eine Biogasanlage steht, wird bei uns in der Gegend sehr viel Mais angebaut. Der ist jetzt mehr als mannshoch und trägt schon Kolben. Da kommt man sich gar nicht mehr so vor, als ob man über's platte Land reitet.
In Lüxheim war an diesem Wochenende irgendein Volksfest. Als wir heute Morgen dort ankamen, wurden noch fleißig Partyzelte und Ähnliches aufgebaut. Eine kleine Hüpfburg stand auch dort. Plötzlich knallte es laut aus der Richtung der Aufbauten. Die Pferde erstartten zu Salzsäulen und wir entschieden uns quer über die Wiese und nicht durch das Dorf zu reiten.
So kamen wir auch direkt an der Brücke über den Neffelbach an und ritten den Schlängelweg hoch zum Sportplatz.
Kurze Zeit später trafen wir Volker. Er drehte seine Nordic-Walking-Runde. Wir unterhielten uns kurz und sprachen die Zeit für die geplante Pause zu Hause bei Sonja und Volker ab. Dann gingen wir jeder in seine Richtung weiter. Als wir den Hügel dort dann hinauftrabten, verlor Sassico abermals einen Schuh. Seltsamerweise vorne. Die hatten jetzt ja die letzten Ritte super gehalten. Na vielleicht hat er ihn mit dem hinteren abgetreten aus Versehen. Wieder hieß es absteigen, Schuh aufsammeln, wieder anziehen und wieder aufsteigen, doch beim Aufsteigen ging Sassico einen Schritt nach vorn und flutsch war wieder ein Schuh ab. Diesmal wieder hinten. Er war innen sehr naß-matschig. Warscheinlich ist er deshalb rausgerutscht. So entschieden wir uns die Schuhe hinten erst mal abzumachen. Hinten sind die Hufe noch etwas kürzer und nicht optimal in der Form, daher passen die Schuhe auch noch nicht 100 %ig. Ein Schuh paßte noch bei Joey in die Satteltaschen, den anderen band Christian am Sattel bei Sassico fest.
Nun konnten wir weiter nach Gladbach reiten. Joey marschierte immer noch fleißig vorne weg. Selbst die Windräder störten ihn heute nicht im Geringsten.
Von dort führte uns der Weg durch ein Stückchen Wald. Ich hatte schon Angst vor vielen Fliegen und Bremsen gehabt, doch durch den dauerhaft wehenden Wind hielt sich die Belästigung heute in Grenzen. Am Waldrand konnten wir noch einen Hochsitz knipsen, an dem wir beim letzten Ritt hierlang vorbei getrabt waren. Der wird Euch dann sicher in den nächsten Tagen von Christian an gewohnter Stelle präsentiert.
Direkt hinter dem Wald überquerten wir wieder eine Strasse und dann waren wir auch schon fast in Gladbach. Fast schon im Ort trafen wir noch auf eine Reiterin. Joey mußte sofort seine Nase mit dem fremden Pferd zusammenstecken und auch Sassico sagte so "Hallo". Das Pferd wollte dann natürlich auch noch Nala begrüßen, doch die zeigte ihm unmißverständlich was sie von neuen Bekanntschaften hält ! Nach einem kurzen Plausch mit der Reiterin ritten wir dann zu unserem ersten Pausenplatz.
Dort angekommen wurden wir und die Pferde bestens von Volker versorgt (auch dafür ein DICKES Dankeschön). Die Pferde bekamen Wasser und Möhren und die Reiter kühle Getränke und leckere Brötchen.
Wir entschieden uns gemeinschaftlich, daß Sassico für den restlichen Ritt die Schuhe hinten wieder tragen sollte, da die Strecke doch aus viel Schotter und Asphalt bestand. Sollte einer verloren gehen, würden wir ihn eben wieder anziehen. Sonja hatte von hinten ein Auge auf die Schuhe und hätte Alarm geschlagen, wenn einer abgegangen wäre. Doch sie hielten den gesamten Ritt und es waren keine ungeplanten Pausen mehr nötig.
Nach einer halben Stunde Rast ging es für alle weiter.
Um Gladbach zu verlassen, mußten wir an einer Koppel mit 6 Kaltblütern und einem Haflinger vorbei. Die Kaltblüter waren richtig schick. Die gefielen mir sehr gut. So muß ich sie natürlich auch hier zeigen.
Auch nach der Pause marschierte Joey in Führungsposition weiter. Immer noch keine Anzeichen von "Schwäche". Der Weg fürhte uns abermals über eine Strasse und von dort sehr schnell zum Müddersheimer Wald. Zunächst ritten wir ein gutes Stück am Rand entlang, bevor wir richtig durch den Wald reiten konnten. Heute habe ich wieder einmal festgestellt, daß es einige Vorteile hat ein Pony zu reiten. So konnte ich ganz gut durch die tiefhängenden Äste reiten, die uns auf dem ersten Waldweg erwarteten.
Ein schöner Weg führte uns einmal quer durch den Wald: zum Teil Laub- aber auch Nadelbäume säumten unseren Weg und wir konnten sogar einen kleinen Baumstamm überqueren.
Bereits kurz nach Verlassen des Waldes ritten wir an riesigen Koppeln vorbei. Und Sonja konnte uns erzählen, daß die zu einem Gestüt in Disternich gehören, das Rennpferde züchtet. Die Koppeln waren fast alle leer. Nur auf den dem Hof am nächsten gelegenen Weiden grasten ein
paar junge Pferde. Als wir direkt am Hof vorbei ritten, begannen die Jährlinge dort zu wiehern und Nala und Joey fielen mit ein. So gab es dort ein kleines Pferde-Konzert.
Am Ende von Disternich ritten wir wieder über eine Strasse und dann machten wir uns auf den Rückweg über Mersheim. Um die dortige Brücke über die Landesstrasse zu überqueren stiegen wir ab und führten die Pferde. Das tat auch den Beinen gut ! Kurz vor dem Mersheimer Wäldchen saßen wir wieder auf und ritten unserem 2.Pausenplatz entgegen. Kurz hinter Gladbach wartete Volker erneut mit Wasser und Äpfeln für die Pferde und Getränken für die Reiter. Joey hatte mächtig Durst und auch Sassico und Nala ließen sich nicht zweimal bitten. Dann durften die Pferde noch etwas grasen und nach einer viertel Stunde machten wir uns endgültig auf den Heimweg.
Von dort brauchten wir noch etwas über eine Stunde bis nach Hause. Unterwegs trafen wir sogar noch fast (sie bogen kurz vor uns ab, aber grüßten freundlich) zwei Reiter. Das ist ja eigentlich eine Seltenheit bei uns




