Diese Woche macht die FH noch frei, und so wollte ich den freien Freitag-Nachmittag bei den Pferden nutzen. Das Wetter war ja super. Richtig schön warm. Ursprünglich hatte ich geplant heute einen zweiten Ritt mit den Hufschuhen zu machen. Aber das hatte sich ja nach gestern erledigt.
Also hatte ich beschlossen zu misten. Zeit genug hatte ich ja. Als ich zum Stall kam, standen Joey und Sassico am Stall und hatten Schutz vor der Sonne gesucht. Ich hatte aufgrund der Temperaturen auch beschlossen es langsamer angehen zu lassen. Und wenn die Pferde nicht in die Sonne wollen, wollte ich sie auch nicht zum Misten auf die Wiese sperren. (Zur Erläuterung: Die Pferde werden auf einen anderen Wiesenteil gestellt, damit das Zauntor zur Mistkarre offen bleiben kann.)
Sassico war sehr anhänglich, also habe ich ihn erstmal ein wenig gekrault und gekratzt. Ich muss sagen, ich freue mich immer wieder darüber, dass er derjenige ist, der jetzt Kontakt zu mir sucht und nicht mehr umgekehrt.
Danach habe ich Kerstin's Kaninchen in den Auslauf gesetzt und anschließend eine kleine Pause eingeschoben und die Ruhe genossen. Die Schweife der Pferde schlugen, um die Fliegen zu verjagen. Der leichte Wind war zu hören. Hinter unserem Strohschuppen hörte man die Schafe, auf dem Schuppen ein paar Vögel. Einfach nur friedlich.
Nach einiger Zeit bin ich dann wenigstens losgegangen um die Wiese abzuäppeln. Mittlerweile ist das eine Aufgabe, die ich unheimlich gerne wahrnehme. Es ist eine Viertelstunde nur für mich alleine. Ich bewege mich körperlich ein wenig.. und kann dabei die Gedanken frei lassen. Beim Abäppeln habe ich schon Probleme gelöst, die mich im Büro halbe Tage beschäftigt haben. (Leider weigerten sich die Vorgesetzten immer, mir die Zeit gutzuschreiben.)
Aber auch zur Kontrolle der Wiese finde ich diese Tour immer wieder wichtig. Man sieht ob die Zäune in Ordnung sind, oder ob da ein Teil kurz davor ist kaputt zu gehen. Die Pfosten werden wenigstens optisch kontrolliert. Aber auch der Boden wird wenigsten grob überblickt. Wenn es neue Bremsspuren im Gras gibt, kann man sehen, dass die Pferde wieder über die Wiese gejagt sind, und wo sie am Zaun bremsen musste. An der Anzahl und der Verteilung der Pferdeäpfel kann man sehen, wo die Pferde auf der Wiese waren, und ob sie viel draussen oder eher -bei schlechtem Wetter- viel drin waren.
Im vorletzten Winter konnten mir die Spuren sogar eine kleine Geschichte erzählen: Wir kamen morgens zum Stall als es geschneit hatte. Mitten auf der Wiese war ein neuer Maulwurfshügel, der war allerdings nicht zugeschneit. Er musste also nach dem Schneefall entstanden sein. Und das lustige: Offensichtlich hatte ein Pferd den Maulwurf dabei beobachtet und war neugierig hingegangen, der Hügel war nämlich schon von einem Huf aufgescharrt worden.
Heute habe ich nur gesehen, dass an einigen der Pfosten ein Tier Löcher gegraben hatte, die aber nicht wirklich tief waren. Da es sich um keinen Aussenzaun handelt, und der Zaun sowieso noch geflickt werden muss, wird das nur im Hinterkopf behalten.
Als ich fertig war mit Abäppeln, war mir so warm, dass ich mich nochmal in den Schuppen gesetzt habe. Mittlerweile war ich schon eine knappe Stunde am Stall und die Jungs genossen immer noch ihre Pause....Ich habe noch nie erlebt, dass die solange da standen. Normalerweise kommen die auch hinterher wenn man abäppeln geht und wenn es dann zu langweilig wird, wird gefressen. Aber heute war nur Pause angesagt.
Und ich genoss es ebenfalls wieder. Die Pferde dösten, neben der Wiese lief ein Fasanenmännchen vorbei. (Auf den Fotos, die ich gemacht habe, ist es leider nicht zu erkennen...) Und diese Ruhe.. Ich glaube, ich könnte das tagelang geniessen. Kein Zwang irgendwas zu tun. Keine Geräusche ausser den Pferden, den Fliegen, und meiner Hand, die immer wieder danach schlug...Sommer ist einfach nur klasse...
Irgendwann wurde es etwas wolkiger und ich beschloß bei der Gelegenheit, die Äppel auf die Mistkarre zu scheppen. Als ich das hatte, war mittlerweile fast 17 Uhr und die beiden machten immer noch Pause. Ich war schon auf dem Weg nach Hause zu fahren, als die beiden dann doch wieder auf die Wiese zum fressen gingen.
Obwohl meine Zeit schon etwas knapp war, habe ich dann doch angefangen die Ställe zu misten. Die Ställe wirkten ziemlich voll, doch ich war dann doch schon nach 1,5 Stunden (inklusive Aufscheppen auf die Mistkarre) fertig.
Eigentlich ein absolut banaler Nachmittag, nichts besonderes. nichts bloggenswertes(?), aber toll war es...