Bewerbung
Neue Stellung Gesucht
Verehrter Interessent!
Ich habe jetzt über 2 Jahre hart daran gearbeitet, meinen Besitzern klar zu machen, dass das, was sie Wanderreiten nennen, mir keinen Spass macht. Was habe ich davon einmal die Woche dahin zu laufen, wo es nicht viel anders ist als zuhause, und dann wieder zurückzulaufen.
Und ich muß sagen, es war wirklich harte Arbeit, bis die gemerkt haben, dass ich da keinen Bock drauf habe.
Die ersten zwei Jahre waren ja ok, wir zockelten ein bisschen um den Hof rum, waren schnell wieder zu hause und es gab immer mal was neues zu sehen.
Aber irgendwann kamen die auf die Idee, immer länger unterwegs zu sein... Wie gesagt ich verstehe nicht warum. Zuhause ist es doch am schönsten.
Apropos zuhause, werfen Sie mal nen Blick auf meinen Mitbewohner. Das ist nen komischer Kauz. Im Schritt kann es nicht schnell genug gehen. Im Trab und Galopp kommt der dann nicht aus den Füssen. Und PSST! Ganz unter uns: ich bin ja so froh, dass zwischen dessen Beinen nicht mehr hängt. Der ist nämlich garantiert schwul... Und Aufpassen tut der auch gar nicht. Egal was in der Gegend los ist, der steckt seinen Kopf ins Heu oder ins Gras. Der guckt nach fast nichts. Aufpassen muss ich immer alleine. Tag und Nacht. Der verlässt sich voll auf mich. Faire Arbeitsteilung ist DAS nicht.
Ich wäre wirklich froh, wenn ich nachts wieder ne vernünftige Box in nem Stall hätte, ne ordentliche Portion Heu und meine Ruhe.
Tagsüber Wiese fände ich zukünftig auch nicht verkehrt. Aber nen paar Kumpels mehr wären super. Dann brauche ich vielleicht nicht mehr aufpassen und kann mich mehr aufs Fressen konzentrieren.
Aber ich bin abgewichen: Eigentlich will ich ja nen neuen Job. Aber vorher muss ich mal was zu dem jetzigen Job sagen: Das passt mir gar nicht. Das Arbeitspensum ist ja eigentlich in Ordnung: 12 Stunden und mehr können es in der Woche schon sein. Aber muss man das auf 3 Tage verteilen. Die Besis meinen ja, sie würden das Zeitlich nicht anders hinkriegen, angeblich haben die auch nen Job. Aber ich habe noch nie irgendeinen Zweibeiner arbeiten sehen.
Also was ich eigentlich sagen wollte. Ich würde lieber öfter aber in kleineren Zeitpaketen arbeiten. Immer mal was neues lernen ist auch gut, aber wenn ich dass dann kann, will ich das nicht drei Tage hintereinander vorführen müssen. Auch drei Tage hintereinander Bodenarbeit ist total doof.
Übrigens kann ich Kopfarbeit nicht so gut, wenn ich körperlich nicht so ausgelastet bin. Aber wenn darauf Rücksicht genommen wird, geht das ziemlich gut.
Auf dem Reitplatz haben wir ganz selten mal gearbeitet, aber das ist nicht uninteressant, da muss ich immer aufpassen, was als nächtes verlangt wird.
Da kann ich bestimmt richtig gut werden. Früher habe ich mal den Trab mit Spanischem Schritt kombiniert. das hat bestimmt toll ausgesehen. Aber irgendwie wollte das keiner. Alles Kunstbanausen.
Im Gelände kann ich ja vorher schon sehen, wann wir abbiegen oder so. Und unsere Galopp- und Trabwege kenne ich auch schon. Ich glaube, ich könnte die Strecken auch alleine ablaufen und nach dem Rechten schauen. (Vielleicht brauche ich wegen dem leckeren Gras unterwegs etwas länger, aber das macht ja nichts)
Vielleicht können wir auch mal was machen, was meine Kraft so richtig gebraucht wird. Ich würde ja schon gerne ausprobieren mal ne schwere Kutsche zu ziehen oder so.
Ich kann auch ganz schnell Geschwindkeitswechsel. Da kann man bestimmt im Westernbereich tolle Sachen machen. Den passenden Sattel habe ich ja schon.
Und nen geregelten Tagesablauf hätte ich gerne: Da kann ich mich dann viel besser drauf einstellen. Das würde mir sicherlich guttun.
Kinder finde ich ok, Streicheleinheiten reichen in kleinen Dosen.
So, ich freue mich auf interessante und passende Jobangebote. Ich bin übrigens flexibel und würde für eine neue Stelle auch umziehen.
MfG
Sassico, Haflinger
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Ich glaube, so ähnlich würde es klingen, wenn Sassico ne Bewerbung schreibt. Wobei ich manchmal fürchte, dass wir da nicht so gut wegkämen.








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