Mein erstes Mal
Gestern Abend hatten Joey und ich eine Premiere. Wir sind nämlich zum ersten Mal zusammen ohne Sattel ins Gelände gegangen. Für mich war es überhaupt das erste Mal ohne Sattel im Gelände. Wie es dazu kam ? Gut ich fange mal vorne an.Christian und ich hatten uns für abends eigentlich am Stall zu einem Ausritt verabredet. Es sollte ja nicht ganz so heiß sein gestern. Denn in den letzten beiden Wochen hatten die Pferde hitzefrei. Nichts anderes war denkbar.
Nun schaute ich nach Feierabend auf mein Handy und fand dort eine SMS von Christian, daß er es nicht rechtzeitig schaffen würde, da er länger arbeiten mußte.
Hmpf... nun ja... war nicht zu ändern. Ich fuhr zum Stall zum Füttern und Pferdeäpfel absammeln.
Als ich mit der Arbeit fertig war, hatte ich noch Lust mich ein bißchen zu bewegen. Reiten wollte ich... aber Sattel und alles rausholen... Nö.. hatte ich keine Lust drauf.
Und so kam in mir die Idee auf, doch mal einen Versuch ohne Sattel zu starten.
Schon lange bewundere ich eine Forums-Bekannte, die oft (eigentlich meistens) ohne Sattel im Gelände ist.
Dazu muß ich gestehen, daß ich äußerst ungeübt bin im "blank" reiten.
Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt... und Joey ist ja ein ganz ruhiger im Allgemeinen.
Außerdem konnte ich ja jederzeit absteigen und zu Fuß mit ihm weitergehen.
Für meine "Sicherheit" (mehr eine Kopfsache) zog ich Joey den Longiergurt an, an dem ich mich im Notfall ein bißchen festhalten hätte können.
Knotenhalter und Trense drauf und dann ging's zum Aufsteigeklotz.
Es folgte das Schwierigste an der ganzen Sache: Das Aufsitzen ohne Sattel
Wie sagt man: Nicht schön, aber selten.... ich war jedenfalls oben.
Der erste Weg war wirklich ungewohnt. Ich fühlte mich auch noch ziemlich wackelig und unsicher. Zweimal zuckte Joey kurz zur Seite, da Vögel plötzlich aufflatterten. Erstaunlicherweise gab genau das mir Sicherheit, denn ich merkte, daß ich nicht sofort herunterfallen würde.
Beim nächsten Weg ging es mir schon viel besser und den dritten Weg konnte ich im langsamen Trab reiten.
Danach fühlte ich mich super dort oben.
Ich beschloß noch einen Bogen weiter zu reiten und durchs Wäldchen zurückzugehen.
Als ich auf dem Weg in Richtung Wäldchen war, sah ich auf dem Weg, der nun hinter mir lag, zwei Reiter, die mit ihren Pferden den Weg hinab galoppierten.
In meinem Kopf ratterte es: "Was tun, was tun....????"
Ich drehte Joey um, so daß er die beiden Pferde sehen konnte.
Er schaute sich an, wie sie dort galoppierten und erst als sie hinter der Baumreihe verschwanden, wurde er nervöser und wieherte ihnen hinterher.
In meinem Kopf ratterte es: "Absteigen? Sitzen bleiben? Absteigen?....????"
Ich entschied mich erst mal für's Sitzen bleiben und wies Joey bestimmt an weiter vorwärts in "unsere" Richtung zu gehen. Er wieherte noch zweimal, doch dann war er eigentlich wieder ganz ruhig.
Ich konnte sogar den nächsten Weg noch mal langsam traben.
Und so ritt ich mit ihm den kompletten Heimweg und fühlte mich mit jeden Schritt immer wohler.








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