Ich weiß gar nicht mehr, warum ich ein Buch über Hufpflege auf meinen Wunschzettel gesetzt habe. Ich glaube, es war der Wunsch, mich mit auch mit diesem wichtigen Thema noch mal auseinandersetzen soll. Haben wir in den letzten Jahren doch viel in der Praxis darüber lernen müssen, da wollte ich jetzt wohl nochmal meinen theoretischen Hintergrund erweitern.
Und ich muss sagen, mit Armin Kaspers Hufkurs habe ich wohl einen richtigen Glückstreffer gemacht.
• Hier schreibt ein Laie, der sich viele Infos erarbeitet hat, auf eine sehr anschauliche praxisorientierte Weise.
• Gegensätzliche Meinungen kommen zu Wort, ohne dass eine Meinung wirklich schlecht gemacht wird.
• Ich habe wieder das Gefühl, alles zu wissen, was ich wissen muss.
Der Autor beginnt mit einem Ausflug in die Evolution des Pferdes. Er beschreibt, warum Huf und Bein so sind, wie wir sie heute am Pferd sehen. Ich habe jetzt verstanden, warum die Knochenkonstruktion ein Stolpern wesentlich besser abfängt als bei uns Menschen. Wir haben uns schon oft gefragt, warum ein Pferd nach bestimmten Zwischenfällen keinerlei Lahmen zeigt, während ich definitiv humpeln würde.
Gelungen finde ich auch die Rückfragen, die sich auf Inhalte aus den vorangegangen Kapitel beziehen. So kommt es auch stellenweise zu Lückentexten, wo man sehen kann, was man behalten hat. Leider wird das nicht durchgehalten. Aber das ist auch schon mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch.
Obwohl der Autor Barhufbefürworter ist, erläutert er ausführlich Hufeisen, und wie diese angepasst werden müssen. Ganz ehrlich: Wenn ich ein beschlagenes Pferd hätte, würde ich mir in den nächsten Wochen Zeit für die Nagelübungen (an Holzklötzen) nehmen und würde mich danach in der Lage fühlen, ein vom Schmied in der Form vorbereitetes Eisen aufzunageln.
(Damit habe ich mir jetzt direkt zwei weitere Stichworte geliefert.)
Zum einen rät Kasper nicht dazu, es ohne Schmied zu versuchen. Er sieht den Schmied als Partner, dessen Leistung ich aber beurteilen können muss. Aber dazu muss ich einfach mehr Hintergrund wissen haben.
Zum anderen: Auch wenn ich mir das Aufnageln jetzt theoretisch zu traue, darf ich es praktisch dank des derzeit gültigen Hufbeschlagsgesetzes nicht. Das Gesetz ist ziemlich restriktiv, aber wohl wieder in der Überarbeitung..
Auch Hufschuhe sind ein ausführliches Thema. Schön übrigens seine Bezeichnung für Pferde mit Hufschuhen: “Pantoffeltierchen”
Super, oder?
Fazit: Obwohl das Buch beim ersten Blättern sehr theoretisch und "anstrengend" wirkte, habe ich es verschlungen und kann es nur empfehlen. Für mich persönlich glaube ich nicht, noch ein Buch zum Thema zu benötigen.