Der Wecker klingelte erst um neun, da wir beschlossen hatten ein bißchen auszuschlafen. Nachdem ich mich gewaschen hatte, fütterte ich unsere Pferdchen.
Dann gab es ein reichhaltiges Frühstück mit Brötchen, Käse, Wurst, Tomaten etc. Frisch und fit holten wir dann die Ponies von der Wiese und machten sie fertig. S. holte U.'s Fuchs von der etwas abgelegeneren Wiese, da sie ja am Abend zuvor beschlossen hatte uns zu begleiten, und um kurz nach elf marschierten wir los.
Das erste Stück führten wir die Pferde, bevor wir uns dann in den Sattel schwangen. Der Weg ging an ein paar Höfen vorbei hinaus aus Eicks ins freie Feld.
S. führte uns über die Felder bis wir auf der Höhe von Enzen ein kleines Wäldchen erreichten.
Dort ging es durch und kurz darauf kamen wir an eine Stelle, an der S. sagte, daß es nun links rum gehe. Ich sah dort gar keinen Weg. Der war nämlich mächtig zugewuchert. Das Gras ging Joey bis fast an die Ohren.
Wir mußten außerdem ziemlich vorsichtig sein, denn links des Weges lag direkt ein Graben und rechts stand versteckt im Gestrüpp ein Stacheldrahtzaun.
Doch das war eigentlich noch gar nix. Am angrenzenden Sportplatz entlang konnten wir kurz verschnaufen, doch dann wurde der Weg wirklich verwildert. S. ermahnte uns vorsichtig zu sein, denn rechts und links des "Weges" ist Sumpfgebiet.
Der Fuchs ging vorneweg und bahnte sich den Weg. So hatten Joey und Sassico es einfacher. Plötzlich stoppte S. den Fuchs. Der Weg war nun komplett von einem Bäumchen überwuchert. S. stieg ab und machte den Weg frei. Sie bedauerte ihre Säge, die sie auf ihren Wanderritten immer dabei hat, nicht mitgebracht zu haben. S. ist ausgebildete Wanderrittführerin (FN) und immer sehr gut ausgerüstet.
Doch sie schaffte es auch so die Äste zu bändigen und wir konnten weiterreiten. Dennoch war es sehr sehr eng und als es mir den Hut vom Kopf riß hatte ich doch kurzzeitig Sorge vom Pferd gezogen zu werden.
Doch wir kamen alle unbeschadet durch und auch die Hufschuhe waren noch dran. Wir hatten nämlich beschlossen, daß der erste Tag den Hufen genug zugemutet hatte und ritten mit Schuhen. Sassico hatte sich allerdings bereits kurz nachdem wir losgeritten waren so unglücklich auf einen der hinteren Schuhe getreten, daß die Schnalle kaputtgegangen war. So hatte er die Schuhe am Sattel befestigt und war nur vorn beschuht weitergeritten.
Hinter dem Sumpfgebiet kamen wir auf einen Grasweg, der zu einem Wäldchen hinaufführte.
S. erklärte uns, wie sie sich das Durchreiten des Wäldchens vorgestellt hatte:
"Wir beginnen auf dem Grasweg zu traben und sobald wir den Wald erreichen galoppieren wir mit ausreichend Abstand an, um den recht steilen Hang im Wald gut hinauf zukommen. "
Doch dazu kam es nicht.
Links des Grasweges lag eine Pferdekoppel und direkt in der Ecke stand ein Tränkebecken. Das war dem Fuchs zu unheimlich und er scheute kurz. So ging ich mit Joey daran vorbei und Sassico und Fuchs folgten. Während ich wartete die anderen für den Galopp vorbei zu lassen, entdeckte Joey die jungen Isländer auf der Koppel.
Er starrte sie regelrecht an. Ein kleiner Hengst löste sich aus der Gruppe, die oben am Wald gestanden hatte, und kam zu uns an den Zaun. Und dann ging die Post ab:
Joey bekam Panik vor dem kleinen Pferdchen (fragt nicht warum...ich habe keine Ahnung!) und hüpfte erst auf der Stelle herum, während Sassico, von Joey angesteckt, ins Feld sprintete. Joey begann am ganzen Körper zu zittern und setzte sich fast auf den Hintern. Dann flogen die Vorderbeine um 180° herum und ich verlor die Steigbügel. Und da hat wirklich nicht viel gefehlt, daß ich einen Abgang gemacht hätte. Der Fuchs beobachtet das ganze Spektakel ruhig aus einigen Metern Abstand. Der kleine Isländer ging am Zaun auf und ab, äppelte und bekam dann Gesellschaft von einem Kumpel aus seiner Herde, der durch unser Theater aufmerksam geworden war.
Sassico beruhigte sich auch wieder und ging zum Fuchs und langsam konnte ich Joey auch überreden ein paar Schritte vorwärts zu machen. Er zitterte zwar immer noch vom linken Ohr bis zum rechten Hinterhuf, aber wir konnten langsam den Rest der Weide passieren, bevor auch noch die anderen "furchteinflößenden" Isländer näher kommen konnten.
Am Waldrand starteten wir dann endlich mit unserem Trab-Galopp-Vorhaben. So wurde Joey auch abgelenkt und konzentrierte sich auf's Laufen.
Als ich ungefähr die Hälfte des Weges hinter mir hatte, sah ich den Fuchs nach links ins Gestrüpp laufen. Ich wunderte mich noch, als ich es laut krachen hörte. Joey bremste bei diesem Lärm von selbst am und, als ich um die Ecke bog, konnte ich sehen was passiert war:
Der Weg war wohl aus irgendeinem Grund zur Hälfte weggebrochen und war mit dicken Ästen an der rechten Seite abgestützt worden, damit dort niemand abstürtzte. Der Fuchs hatte vor den Ästen gescheut und war daher nach links gelaufen. Sassico dagegen war der Weg wohl zu schmal gewesen und, da er zu schnell war, hatte Christian ihn nicht mehr dirigieren können. So war er über die Äste gelaufen. Die hatten natürlich unter ihm nachgegeben und so waren Sassico und Christian ins Rutschen gekommen. Christian war geistesgegenwärtig genug gewesen schnell abzuspringen und aus der Schußlinies der Hufe zu klettern.
Zum Glück war den Beiden nix passiert und sie rappelten sich wieder auf den Weg und aus dem Wald hinaus. Wir waren alle ziemlich geschockt. Christian schaute nach, ob Sassico sich etwas getan hatte, doch alles war heile geblieben. So stieg er wieder auf und wir ritten weiter.
Wir hatten S. erzählt, daß Joey sehr wasserscheu ist und daher hatte sie vorgeschlagen auf dem Rückweg zu einer Furt zu reiten. So mußten wir zunächst auf dem Weg dorthin ein Stück durch Schwerfen reiten: Durch einen Kreisverkehr, an einem Rasensprenger und an einem Kindergarten vorbei. Kurz hinter dem Ortsausgang fanden wir einen roten Herzluftballon am Wegrand. S. machte ein bißchen Antischrecktraining damit mit Fuchs und band ihn dann am Sattel fest.
Und dann kamen wir zum Highlight des Rittes:
S. ging mit Fuchs als erstes in den Bach und ich ließ Joey hinterher gehen. Er schnupperte am Wasser und es dauerte nur vielleicht 2 Minuten dann traute er sich und ging vorsichtig hinein. Und dann war der Bann erst mal gebrochen. Er ging darin umher und begann sogar zu plantschen. Sassico ging auch problemlos rein. Die Pferde (und auch die Reiter) genossen dir Kühle Luft dort am Bach unter den Bäumen. Dennoch mußten wir uns irgendwann trennen und heimwärts reiten.




Heute hatten wir einen richtig tollen Tag. Zum ersten Mal sind wir zweimal hinter einander mit dem Hänger weggefahren. Zuletzt ja Donnerstag in die Drover Heide, und heute dann in die Eifel, wieder zu Sonja und Volker. Ihre Stallchefin Julia hatte zum "gr
Aufgenommen: Okt 02, 22:04