Am Freitag bekamen wir wieder ein "Pferderassengespräch" aufgezwungen. Und um es vorsichtig zu formulieren: Unser Gegenüber als Islandreiter war sehr absolut in seiner Meinung.
Zuerst stießen wir auf Unverständnis, dass es uns nicht wichtig ist, Jackson weiter im Tölt auszubilden. Sie meinte aber, es sei ganz einfach Beine locker lassen, Kopf Hochziehen(den des Pferdes) und im Trab ordentlich treiben. Dann würde er schon in den Tölt wechseln...
Aber das ein Tölt mit hochgerecktem Kopf wohl nichts für die Gesundheit des Pferdes ist hatte ich ja schonmal erwähnt. (Hier nochmal der Link...)
Und ich bin ja froh, wenn Jackson darauf achtet, den Kopf möglichst viel runterzunehmen und nicht den Rücken wegdrückt.
Sehr schön ist dann auch wieder die Vermutung, dass ein Isländer im Trab mit einem Traber mithalten könnte. Das haben wir jetzt zum zweiten Mal gehört.Innerlich musste ich lachen, da ich aber bisher keine verwertbaren Zahlen hatte, habe ich mir eine Bemerkung verkniffen.
Aber nach ein wenig googlen weiß ich jetzt zumindest das Traber im Trabrennen irgendwas zwischen 45 und 50 km/h laufen. Während Isländer diese Geschwindigkeit gerade mal im Rennpass schaffen. Der ist aber sehr anstrengend..
Ich habe auch versucht herauszubekommen, welche Geschwindigkeit die Isis in der Ovalbahn beim Tölten schaffen, aber da wird in Punkten gewertet....
Zum Vergleich: Die Galopper schaffen beim Galopprennen bis zu 60km/h und das über zwei Kilometer Renndistanz. Sehr beachtlich. Allerdings finde ich den Unterschied zwischen Galopp- und Trabrennen jetzt nicht mehr so krass.
Abgesehen davon dürfen Isis nicht mit anderen Pferden gehalten werden, weil die ja "Immer alle anderen verkloppen."
Das ist immer noch unglaubwürdig, aber besser als "Isländer dürfen nicht mit anderen Pferden gehalten werden, weil die nen anderen Magen-Darm-Trakt haben und daher anders ernährt werden müssen."
Wenn wir dann von Sigi erzählen, die ihren Isi im Westernsattel getöltet hat, ernten wir ungläubige Blicke. Fehlt nur noch, dass wir gesagt bekommen, dass Isis auf Westernsättel allergisch reagieren.




Ich habe nichts gegen andere Meinungen, aber gegen Leute die meinen sie müssten ihre Meinung anderen aufzwingen...
Na da habt ihr ja eine "Kenner der Szene" erwischt.
Also mein Faxi (Sorry, heißt ja korrekt "Mega Fax) war dann allem Anschein nach die rühmliche Ausnahme.
Er töltete nicht nur mit Westernsattel, sondern auch mit aufgewöbtem statt weg gedrückten Rücken. Kopf in normaler Haltung und nicht hochgerissen.
Uuuuund - das tat er freiwillig und sogar ohne Eisen drunter, denn er lief entweder barhuf oder mit Hufschuhen - was seinem Tölt keinen Abbruch tat.
Was den Trab des Isis anbelangt, so ist der keinesfalls schneller als ein Trab eines "normalen" Kleinpferdes.
Und mein Isi fraß ganz genau das gleiche Gras, Heu, Stro, Körnerfutter wie jedes andere Pferd auch. Sein Magen-Darm-Trakt arbeitete genau wie bei einem "normalen" Pferd.
Und andere Rassen hat er auch nicht verhauen. Im Gegenteil, er hat unsere Debbie höchstens gegen andere "Jungs" verteidigt und abgeschirmt, damit ihr nichts passierte.
Und was den Tölt des Trabers anbelangt, so sollte das doch wohl eure Sache sein, ob ihr das fördern wollt. Nicht immer ist das nämlich gut fürs Tier. Manche Pferde fangen dann nämlich sogar an, die Gänge durcheinander zu werfen. Ein Gangsalat ist auch alles andere als toll für Pferd und Reiter.
So wie ich euch seit Jahren kenne, laßt ihr euch durch solche Menschen zum Glück nicht beirren
Im Ernst, beirren lassen wir uns davon nicht, aber man schüttelt schon innerlich immer den Kopf. Und erschreckend, wie absolut solche Leute in Ihrer Meinung sind.
Und erschreckend, dass diese Meinungen immer aus einer bestimmten Ecke kommen.
Wie Kerstin auch sagte: Sie kann von verschiedenen Rassen ein Pferd nennen, dass andere Pferde kompromisslos verprügelt und andere Dinge..
Christian
Ich dachte in der Schweiz sind wir speziell, aber es liegt wohl nicht an der Nationalität, sondern an den Reitern: Komisches Völkchen aber auch!
Viele Grüsse, Sara